Der messbare Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Wochenende nahezu vollständig zum Stillstand gekommen. Nach Daten des Analysehauses Kpler passierten am Samstag noch fünf Frachtschiffe die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman, für Sonntag wurde keine einzige Durchfahrt registriert.
Am Wochenende zuvor waren es demnach noch 31 Schiffe. Das berichtete die Nachrichtenagentur Reuters am Montag.
Der Rückgang folgte auf neue Angriffe auf Tanker des staatlichen emiratischen Ölkonzerns Adnoc. Die Vereinigten Arabischen Emirate machen Iran dafür verantwortlich. Das Außenministerium in Abu Dhabi teilte mit, ein Adnoc-Schiff sei am Freitagabend in der Meerenge angegriffen worden.
Bereits am Donnerstag waren nach emiratischen Angaben zwei weitere Adnoc-Tanker Ziel iranischer Angriffe geworden. Verletzte gab es demnach nicht. Die emiratische Regierung sprach von „Piraterie“ der iranischen Revolutionsgarden.
Trump ruft US-Bürger zu Geduld auf
An den Rohstoffmärkten reagierten die Preise. Die Nordseesorte Brent stieg am Montagmorgen zeitweise um bis zu ein Prozent auf 89,40 US-Dollar. US-Öl der Sorte WTI gab dagegen um 67 Cent auf 81,74 US-Dollar nach.
Nach Einschätzung der Analystin Priyanka Sachdeva vom Handelshaus Phillip Nova in Singapur liegen die Ölpreise wieder fast auf dem Niveau von vor den Tiefständen Anfang August, nachdem die Aussicht auf eine dauerhafte Einigung zwischen den USA und dem Iran geschwunden sei.
Der iranische Außenminister Abbas Araghchi erklärte am Wochenende, Teheran habe noch nicht entschieden, ob es die Gespräche mit Washington wieder aufnehme. US-Präsident Donald Trump rief die US-Bürger auf, während des andauernden Konflikts leicht höhere Benzinpreise hinzunehmen.
Durch die Straße von Hormus wurde vor dem am 28. Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran rund ein Fünftel der weltweiten Lieferungen von Rohöl und Flüssigerdgas transportiert.
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