Der Iran hat Frankreich und Großbritannien mit einer „entschiedenen und sofortigen Antwort“ gedroht, sollten beide Länder Kriegsschiffe in die Straße von Hormus entsenden. Das erklärte der iranische Vertreter Gharibabadi am Sonntag auf der Plattform X. Jede Stationierung außerregionaler Zerstörer rund um die Meerenge unter dem Vorwand des „Schutzes der Schifffahrt“ sei nichts anderes als eine Eskalation und Militarisierung einer lebenswichtigen Wasserstraße, so Gharibabadi.
Laut der Mitteilung Gharibabadis auf X sei die Straße von Hormus „kein gemeinsames Eigentum außerregionaler Mächte“, sondern eine sensible Wasserstraße, über die allein die Islamische Republik Iran als Anrainerstaat Souveränität ausübe. Die Quelle der Unsicherheit liege im illegalen Einsatz von Gewalt, anhaltenden Drohungen gegen Küstenstaaten und Seeblockaden. Nur Iran könne in Kriegs- wie Friedenszeiten Sicherheit in dieser Meerenge gewährleisten.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron ruderte daraufhin zurück. Bei einer Pressekonferenz in Nairobi am Sonntag erklärte Macron laut der Nachrichtenagentur AFP, ein Marineeinsatz sei „nie ins Auge gefasst“ worden. Stattdessen handle es sich um eine mit Iran „koordinierte“ Sicherheitsmission. Macron sprach laut AFP von einer Ad-hoc-Mission unter britisch-französischer Co-Leitung, an der 50 Länder und internationale Organisationen beteiligt seien. Ziel sei die Wiederaufnahme des Seeverkehrs, sobald die Bedingungen es zuließen. Frankreich lehne eine Blockade ebenso ab wie jegliche „Maut“ für die Durchfahrt, so Macron laut AFP.
Treffen zur Straße von Hormus am Dienstag geplant
London und Paris richten am Dienstag ein virtuelles Treffen von Verteidigungsministern zur Straße von Hormus aus, wie AFP berichtet. Der britische Verteidigungsminister John Healey werde gemeinsam mit der französischen Amtskollegin Catherine Vautrin über 40 Nationen zusammenbringen, teilte das britische Verteidigungsministerium laut AFP am Sonntag mit. „Wir wandeln diplomatische Vereinbarungen in konkrete militärische Pläne um“, so Healey.
Bereits Mitte April hatten sich Großbritannien und Frankreich nach AFP-Angaben zu einer militärischen Absicherung des Schiffsverkehrs bereit erklärt, mit Unterstützung weiterer Länder, darunter Deutschland. Der französische Flugzeugträger „Charles de Gaulle“ passierte laut der Nachrichtenagentur AP vor wenigen Tagen den Suez-Kanal. Großbritannien kündigte am Samstag die Entsendung des Zerstörers „HMS Dragon“ an, ein deutsches Minenjagdboot ist ebenfalls unterwegs.
Die Straße von Hormus ist seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar durch die iranischen Revolutionsgarden weitgehend gesperrt, was weltweit die Energiepreise in die Höhe trieb. Die US-Armee blockiert ihrerseits die iranischen Häfen. Rund 1500 Handelsschiffe sitzen laut AFP an der Meerenge fest.
Nach Drohnenvorfall: Lettlands Verteidigungsminister tritt zurück
Moskau und Kiew werfen sich gegenseitig Bruch der Waffenruhe vor
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]