Die deutschen Apothekerinnen und Apotheker haben einen bundesweiten Aktions- und Streiktag beschlossen. Zentraler Auslöser ist die seit 13 Jahren unveränderte Honorarstruktur. Die Vergütung entspricht nach Ansicht der Standesvertretung längst nicht mehr den gestiegenen Kosten und der Inflation.
„Wir rufen die Kollegen zu Demonstrationen und Kundgebungen auf und die Apotheker, die Apotheken geschlossen zu halten und zu zentralen Kundgebungen zu gehen“, heißt es aus der Apothekerschaft. Hintergrund des Streiks ist die seit Jahren rückläufige Zahl an Apotheken. Allein 2025 ging die Anzahl um 2,6 Prozent zurück.
Als Aktions- und Streiktag wurde der 23. März gewählt. An diesem Montag sollen alle Apotheken geschlossen bleiben. Die Versorgung über Notdienst-Apotheken sei aber gewährleistet.
Forderungen gehen über die Vergütung hinaus
Neben der finanziellen Anpassung drängt die Branche auf eine Ausweitung der pharmazeutischen Dienstleistungen. Apotheken sollen künftig mehr Kompetenzen erhalten und stärker in die Versorgung eingebunden werden. Konkret fordern die Standesvertreter auch erweiterte Möglichkeiten bei der Medikamentenabgabe an Dauerpatientinnen und -patienten, etwa durch vereinfachte Wiederholungsrezepte.
Verweis auf Versprechen der Regierung
Die Apothekerschaft erinnert in diesem Zusammenhang an Zusagen aus dem Koalitionsvertrag der Bundesregierung. Dort waren Verbesserungen für die Apothekenlandschaft in Aussicht gestellt worden, die aus Sicht der Branche bislang nicht eingelöst wurden.
Die anhaltende wirtschaftliche Belastung führe bereits jetzt zu Apothekenschließungen im gesamten Bundesgebiet, warnen Vertreter des Berufsstands. Der geplante Protesttag soll den politischen Druck auf die Regierung erhöhen, die versprochenen Reformen zeitnah umzusetzen.
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