US-Präsident Donald Trump hat die Umbenennung des Ontariosees in „Lake America“ angeordnet. Trump unterzeichnete am Donnerstag ein entsprechendes Dekret, wie das Weiße Haus mitteilte. „Wir werden den Namen des Ontariosees mit sofortiger Wirkung in Lake America ändern“, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters im Oval Office.
Die Entscheidung betrifft einen der fünf Großen Seen Nordamerikas, durch den die Grenze zwischen den USA und Kanada verläuft. Rund 52 Prozent seiner Oberfläche liegen laut Reuters auf kanadischer Seite, der übrige Teil gehört zum US-Bundesstaat New York.
Behörden sollen neuen Namen übernehmen
Trump wies das US-Innenministerium an, gemeinsam mit dem für geografische Bezeichnungen zuständigen Board on Geographic Names innerhalb von 30 Tagen alle notwendigen Schritte für die Umbenennung einzuleiten.
Anschließend soll „Lake America“ in das amtliche Geographic Names Information System (GNIS) eingetragen und die Bezeichnung „Lake Ontario“ daraus entfernt werden. Auch Karten, Verträge, Dokumente und Mitteilungen der US-Bundesbehörden sollen künftig den neuen Namen verwenden.
Trump erklärte, er habe bereits „seit langer Zeit“ über die Umbenennung nachgedacht. Bereits am Dienstag hatte er den Schritt öffentlich ins Spiel gebracht. Damals schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, die USA erwögen die Änderung, weil sie nicht damit rechneten, künftig noch viele Geschäfte mit Ontario zu machen.
Weißes Haus begründet Schritt mit US-Beitrag
In dem Dekret begründet Trump die Entscheidung mit der wirtschaftlichen und historischen Bedeutung des Sees für die Vereinigten Staaten. Die USA seien der „größte Beschützer“ der Großen Seen und hätten in den vergangenen zehn Jahren fast vier Milliarden Dollar in den Schutz ihres Süßwasser-Ökosystems investiert.
Kanada habe im gleichen Zeitraum deutlich weniger für vergleichbare Maßnahmen ausgegeben, heißt es ohne nähere Angaben.
Karte der Seen
© Al Drago/CNP/imago
Zudem stellt das Weiße Haus heraus, dass die US-Küstenwache neun der elf Eisbrecher auf den Großen Seen bereitstelle. Weil die tiefsten Bereiche des Ontariosees auf US-Territorium lägen, beanspruchten die Vereinigten Staaten außerdem den größten Teil seines Wasservolumens.
Das Dekret verweist darüber hinaus auf die Bedeutung des Sees für Handel und Militärgeschichte sowie für die Energie- und Trinkwasserversorgung. Das System aus Großen Seen und Sankt-Lorenz-Strom unterstütze Hunderttausende amerikanische Arbeitsplätze und erwirtschafte jährlich wirtschaftliche Leistungen in Milliardenhöhe.
Umbenennung mitten im Handelsstreit
Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund stark verschlechterter Beziehungen zwischen Washington und Ottawa. Die Handelsgespräche zwischen beiden Ländern waren in der vergangenen Woche nach dreitägigen Verhandlungen gescheitert. Beide Seiten machten sich anschließend gegenseitig dafür verantwortlich.
Die US-Regierung hatte zuletzt Zölle von 50 Prozent auf kanadische Waren im Wert von rund 20 Milliarden Dollar in Kraft gesetzt. Kanada kündigte Gegenmaßnahmen an. Trump drohte außerdem mit Zöllen von 50 Prozent auf kanadische Fahrzeuge, Autoteile und Stahl ab Januar.
Kanadas Premierminister Mark Carney hatte Washington nach dem Scheitern der Gespräche vorgeworfen, sein Land wie einen Juniorpartner behandeln zu wollen. Eine Haltung, nach der Kanada eine „Tochtergesellschaft der Vereinigten Staaten“ sei, werde seine Regierung nicht akzeptieren. Das Büro des Premierministers reagierte auf die nun angeordnete Umbenennung zunächst nicht, berichtete Reuters.
Mehr als die Hälfte der See-Oberfläche liegt in Kanada
Der Ontariosee umfasst rund 19.000 Quadratkilometer und ist der flächenmäßig kleinste der fünf Großen Seen. Sein Nordufer gehört zur kanadischen Provinz Ontario, dort liegt auch die Millionenmetropole Toronto. Im Süden und Osten grenzt der See an den US-Bundesstaat New York.
Die Grenze durch den See ist zwischen beiden Staaten geregelt. Nach Angaben von Reuters liegen auf Grundlage eines Vertrags von 1909 rund 52 Prozent der Wasseroberfläche auf kanadischer Seite.
Trump hatte bereits unmittelbar nach Beginn seiner zweiten Amtszeit im Januar 2025 die Umbenennung des Golfs von Mexiko in „Golf von Amerika“ für den amtlichen US-Sprachgebrauch angeordnet. Damals dauerte es laut Reuters etwa zwei Wochen, bis das Board on Geographic Names die neue Bezeichnung in das bundesstaatliche Namensregister übernommen hatte. Auch Google Maps nahm die Änderung auf.
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