BERLIN, 15. Juli. Im Streit über die Beschaffung eines neuen Schützenpanzers für die Bundeswehr haben sich Verteidigungsministerium und Rüstungsindustrie am Montag vorläufig geeinigt. Das Nachfolge-Fahrzeug für das veraltete Modell Marder solle schon 2004 zur Verfügung stehen, sagte Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) bei einem Truppenbesuch in Ulm.Infrage komme entweder die Modernisierung des Marder oder die Nachrüstung eines ausländischen Schützenpanzers in Deutschland. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers ist dabei an den schwedischen Panzer CV 90 gedacht, dessen Schutz gegen Minen verbessert werden müsste. Als dritte Möglichkeit sei im Gespräch, den neuen Panzer auf der Grundlage bestehender Komponenten zu entwickeln und zu fertigen.Die an dem Projekt beteiligten Rüstungsunternehmen Krauss-Maffei Wegmann aus München und Rheinmetall aus Düsseldorf wollen mit dem Verteidigungsministerium eine Arbeitsgruppe gründen. Sie soll bereits in dieser Woche erstmals die Alternativen erörtern und innerhalb von zwei Wochen eine Lösung für das Beschaffungsvorhaben finden, das zu den wichtigsten der Bundeswehr zählt. Nach Angaben des Sprechers wurde die Vereinbarung am Montag bei einem Gespräch zwischen dem Hauptabteilungsleiter Rüstung auf der Hardthöhe, Jörg Kaempf, und einem Vertreter der Rüstungsindustrie erzielt.Scharping hatte vergangene Woche die Ausschreibung für die Marder-Nachfolge stoppen lassen. Als Grund gab er an, das geplante Modell Panther von Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall stehe erst 2008 und damit zu spät zur Verfügung. Außerdem wurden die hohen Kosten kritisiert. Beide Unternehmen hatten enttäuscht auf die Entscheidung reagiert. Mit der Einigung von Montag ist das Projekt Panther endgültig vom Tisch. Geplant war der Kauf von zunächst 400 Schützenpanzern zu einem Gesamtpreis von zwei Milliarden Euro. Grundlage der Vereinbarung sind nun auch "deutlich geringere" Projektkosten, wie das Ministerium mitteilte. Das Vorhaben solle möglichst vor der Bundestagswahl auf den parlamentarischen Weg gebracht werden. Scharping zeigte sich mit der Einigung zufrieden. "Druck erzeugt Innovation. Innovation erzeugt bessere Lösungen, und bessere Lösungen werden eher akzeptiert", sagte er in Ulm. Tagesthema Seite 2
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