Seit der Reform der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) im Jahr 2012 sind in Brandenburg rund 421.000 Fahrzeuge mit reaktivierten Altkennzeichen zugelassen worden. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Kurzstudie der Hochschule Heilbronn hervor, die auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes beruht. Bundesweit wurden demnach fast 7 Millionen sogenannter Heimatkennzeichen neu vergeben.
Studienautor ist Professor Ralf Bochert, der das Projekt zur Kennzeichenliberalisierung seit Jahren wissenschaftlich begleitet. Nach seinen Angaben wurde die 2012 geschaffene Möglichkeit, früher ausgelaufene Ortskürzel wieder auszugeben, in 336 Fällen genutzt.
Die Zahl übertreffe auch optimistische Prognosen deutlich. Ursprünglich sei vielfach angenommen worden, die alten Kürzel sprächen nur eine nostalgisch geprägte Zielgruppe an.
Spitzenwerte in KW, Strausberg und Bernau
In Brandenburg wurden seit 2012 die meisten Fahrzeuge auf die Kürzel KW (Königs Wusterhausen), SRB (Strausberg) und BER (Bernau) neu zugelassen. Bundesweit sei MO für Moers mit mehr als 128.000 Fahrzeugen das beliebteste Heimatkennzeichen.
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Die Kennungen wirkten für die Kommunen wie ein Logo oder Wappen, seien aber wesentlich bekannter und für die Städte kostenfrei, heißt es in der Studie.
Bundesrat fordert weitere Liberalisierung
Der Bundesrat hatte am 6. März 2026 eine Entschließung gefasst, in der er die Bundesregierung zu einer erneuten Überarbeitung der FZV auffordert. Insbesondere Paragraf 9 solle so geändert werden, dass in einem Zulassungsbezirk zusätzliche Unterscheidungszeichen über die bisherigen Grenzen hinaus vergeben werden können.
Bislang sind neue Kürzel nur zulässig, wenn ein neuer Zulassungsbezirk entsteht, die vorhandenen Kombinationen aufgebraucht sind oder auf ausgelaufene Altkennzeichen zurückgegriffen wird.
Zur Begründung verweist die Länderkammer auf die breite Akzeptanz der 2012 wiedereingeführten Kennungen. Für viele Bürger sei das Kennzeichen ein Beitrag zur Identifikation mit dem Heimatort. Länder und Kommunen sollen nach dem Beschluss frühzeitig einbezogen werden. Die Initiative ging von Hessen aus, Niedersachsen schloss sich an.
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