Heimatkennzeichen

Kfz-Kennzeichen in Brandenburg: 421.000 Autos fahren wieder mit alten Ortskürzeln

Bundesweit wurden fast sieben Millionen Heimatkennzeichen neu vergeben. Der Bundesrat will Städten und Kreisen nun noch mehr eigene Ortskürzel erlauben.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Autos auf einer Straße im Landkreis Oberhavel in Brandenburg

Autos auf einer Straße im Landkreis Oberhavel in Brandenburg

© Joko/imago

Seit der Reform der Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) im Jahr 2012 sind in Brandenburg rund 421.000 Fahrzeuge mit reaktivierten Altkennzeichen zugelassen worden. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Kurzstudie der Hochschule Heilbronn hervor, die auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes beruht. Bundesweit wurden demnach fast 7 Millionen sogenannter Heimatkennzeichen neu vergeben.

Studienautor ist Professor Ralf Bochert, der das Projekt zur Kennzeichenliberalisierung seit Jahren wissenschaftlich begleitet. Nach seinen Angaben wurde die 2012 geschaffene Möglichkeit, früher ausgelaufene Ortskürzel wieder auszugeben, in 336 Fällen genutzt.

Die Zahl übertreffe auch optimistische Prognosen deutlich. Ursprünglich sei vielfach angenommen worden, die alten Kürzel sprächen nur eine nostalgisch geprägte Zielgruppe an.

Spitzenwerte in KW, Strausberg und Bernau

In Brandenburg wurden seit 2012 die meisten Fahrzeuge auf die Kürzel KW (Königs Wusterhausen), SRB (Strausberg) und BER (Bernau) neu zugelassen. Bundesweit sei MO für Moers mit mehr als 128.000 Fahrzeugen das beliebteste Heimatkennzeichen.

Die Kennungen wirkten für die Kommunen wie ein Logo oder Wappen, seien aber wesentlich bekannter und für die Städte kostenfrei, heißt es in der Studie.

Bundesrat fordert weitere Liberalisierung

Der Bundesrat hatte am 6. März 2026 eine Entschließung gefasst, in der er die Bundesregierung zu einer erneuten Überarbeitung der FZV auffordert. Insbesondere Paragraf 9 solle so geändert werden, dass in einem Zulassungsbezirk zusätzliche Unterscheidungszeichen über die bisherigen Grenzen hinaus vergeben werden können.

Bislang sind neue Kürzel nur zulässig, wenn ein neuer Zulassungsbezirk entsteht, die vorhandenen Kombinationen aufgebraucht sind oder auf ausgelaufene Altkennzeichen zurückgegriffen wird.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Zur Begründung verweist die Länderkammer auf die breite Akzeptanz der 2012 wiedereingeführten Kennungen. Für viele Bürger sei das Kennzeichen ein Beitrag zur Identifikation mit dem Heimatort. Länder und Kommunen sollen nach dem Beschluss frühzeitig einbezogen werden. Die Initiative ging von Hessen aus, Niedersachsen schloss sich an.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner