Deutschland erlebt an diesem Sonntag zwei Jahreszeiten zugleich: Durch den Norden zieht eine Kaltfront mit Regen, Gewittern und Graupel, im Süden scheint bei bis zu 27 Grad die Sonne.
Der Deutsche Wetterdienst warnt in der Nordhälfte vor stürmischen Böen, an den Küsten vor Sturmböen um 80 km/h. Wer dort unterwegs ist, sollte auf herabfallende Äste achten, während der Festzug zum Oktoberfest im Trockenen durch München zieht.
Graupel und Sturmböen: Ab Mittag wird es im Norden ungemütlich
Der Tag beginnt im Norden grau und nass. Bis zum Abend wandert der Regen nach Süden und wird dabei schwächer.
Ab dem Mittag bilden sich im Norden und Nordosten kurze Gewitter, teils mit Graupel. In ihrer Nähe erwartet der DWD einzelne Sturmböen bis 85 km/h, ganz vereinzelt schwere Sturmböen um 95 km/h.
Auch abseits der Gewitter frischt der Wind in der Nordhälfte auf. Aus West bis Nordwest kommen steife bis stürmische Böen zwischen 55 und 70 km/h, an den Küsten und in den Hochlagen der Mittelgebirge Sturmböen um 80 km/h.
Am heftigsten trifft es exponierte Gipfel wie den Brocken. Dort sind vereinzelt schwere Sturmböen um 100 km/h möglich.
Eine Unwetterwarnung hatte der DWD bis zum frühen Sonntagmorgen nicht ausgegeben. Für Hamburg, Bremen, Hannover und Berlin sagt er kräftige Regenschauer mit Windböen voraus.
Die amtlichen Warnungen des DWD werden im Tagesverlauf laufend angepasst und gelten für einzelne Landkreise. Wer an die Küste oder in den Harz fährt, sollte sie vor dem Aufbruch prüfen.
Zehn Grad Unterschied: Der Süden bekommt noch einen Sommertag
Im Süden sind an diesem Sonntag bis zu 27 Grad möglich, im Norden bleiben die Höchstwerte bei 17 bis 22 Grad. Zehn Grad liegen damit zwischen den beiden Hälften des Landes.
Die 27 Grad reichen für einen Sommertag im meteorologischen Sinn, also 25 Grad oder mehr. Nach örtlichem Frühnebel wird es in Baden-Württemberg und Bayern meist sonnig.
Davon profitiert der Trachten- und Schützenzug. Mehr als 8000 Trachtler, Musiker und Schützen ziehen ab 10 Uhr vom Maximilianeum durch die Münchner Innenstadt zur Theresienwiese, der DWD erwartet für München 24 Grad und trockenes Wetter.
Temperatursturz bis Dienstag: Nachts nur noch 5 Grad
In der Nacht zum Montag bleibt es an den Küsten und in den Kammlagen stürmisch, mit Böen um 70 km/h, exponiert um 85 km/h. Nahe der Ostsee sind weitere Gewitter möglich, im übrigen Binnenland lässt der Wind nach.
Hinter der Front strömt weniger warme Meeresluft aus Nordwesten ein. In der Nacht erreicht sie auch den Süden und verdrängt dort die sehr warme Luft, die Tiefstwerte liegen bei 12 bis 6 Grad.
Damit ist der Sommertag auch im Süden vorbei. Laut 10-Tage-Vorhersage des DWD kommt der Südwesten am Montag nur noch auf 19 bis 23 Grad, der Norden auf 16 bis 20 Grad, dort mit weiteren Schauern und einzelnen Gewittern.
In der Nacht zum Dienstag fallen die Werte auf 13 bis 5 Grad. Der Dienstag bleibt weitgehend trocken, der Wind weht nur noch schwach bis mäßig aus Norden, bei 18 Grad im Nordosten bis 23 Grad im Südwesten.
Sturm im September: Warum volles Laub die Gefahr erhöht
Böen im September richten oft mehr Schaden an als gleich starke Böen im Winter. Der Wind ist nicht stärker, er trifft nur auf mehr Blätter.
Die Bäume tragen ihr volles Laub und bieten damit eine große Angriffsfläche. Schon ein einzelner morscher Baum kann eine Straße oder Bahnstrecke blockieren.
Sonnenschirme, Gartenmöbel und Trampoline sollten im Norden deshalb bis Sonntagmittag gesichert oder weggeräumt sein.
Am Samstag hatte der Wind vor allem die Nordsee und den Harz erfasst. Nun weitet sich das Windfeld auf die gesamte Nordhälfte aus, angekündigt hatte sich dieser Umschwung bereits am Donnerstag.
Herbstanfang am Mittwoch: Kommt jetzt der erste Frost?
Astronomisch beginnt der Herbst am Mittwoch, dem 23. September, um 2.06 Uhr. Frost ist trotzdem nicht in Sicht, die kälteste Nacht der Woche ist die zum Mittwoch mit 10 bis 4 Grad.
Tagsüber erwartet der DWD von Mittwoch bis Freitag 18 bis 25 Grad, dazu zeitweise etwas Regen.
Das Oktoberfest läuft noch bis zum 4. Oktober. Für sein zweites Wochenende vom 26. bis 28. September zeigt die Trendprognose heiter bis wolkiges, eher mildes Wetter mit wenig Regen.
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