Die Streitkräfte des Sudan haben nach eigenen Angaben am Donnerstag den zweiten Tag in Folge Drohnenangriffe der paramilitärischen Rapid Support Forces (RSF) auf den Großraum Khartum abgewehrt. Wie das Nachrichtenportal Sudan Tribune unter Berufung auf Militärquellen berichtete, schoss die Flugabwehr über dem nördlichen und westlichen Omdurman mehrere Drohnen ab. Omdurman ist eine der drei Städte, die zusammen den Ballungsraum der Hauptstadt bilden.
Zeugen im Westen Omdurmans berichteten laut Sudan Tribune von schweren Explosionen, als die Luftabwehr tief fliegende Angriffsdrohnen aus westlicher Richtung bekämpfte. Ein Korrespondent der Nachrichtenagentur AFP meldete den Abschuss von Flugabwehrraketen aus Omdurman, gefolgt vom Geräusch einer Explosion.
Eine Militärquelle sagte der Agentur, die Luftabwehr habe die Drohnen der Miliz abgefangen und heruntergeholt. Auch aus dem Zentrum Khartums und aus Khartum-Nord auf der anderen Seite des Nils meldeten Augenzeugen Drohnen am Himmel und Detonationen.
Angriffsserie nach Gebietsverlusten der RSF
Die neuen Angriffe folgen auf eine koordinierte Angriffswelle vom Vortag. Dabei hatte die RSF nach Darstellung von Sudan Tribune mehrere hundert Kilometer voneinander entfernte, von der Armee kontrollierte Städte ins Visier genommen, darunter Omdurman, Atbara im Bundesstaat Nil sowie die Provinzhauptstadt El Obeid in Nord-Kordofan.
In El Obeid seien durch herabstürzende Drohnentrümmer zwei Menschen getötet worden. Zu den jüngsten Angriffen lagen zunächst keine Angaben zu Opfern vor.
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Der Sudan Tribune bewertete die neuen Attacken als Wiederaufflammen der RSF-Angriffe auf die Hauptstadtregion, nachdem die Miliz vor rund zwei Wochen aus weiten Teilen Nord-Kordofans zurückgedrängt worden sei. Dabei sei auch eine wichtige Handelsstraße in Richtung Khartum verloren gegangen. Khartum selbst war von der Armee im vergangenen Jahr zurückerobert worden und zuletzt monatelang weitgehend ruhig.
Krieg seit April 2023
Im Sudan liefern sich die Armee unter Abdel Fattah al-Burhan und die RSF unter dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo seit April 2023 Gefechte. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen wurden laut AFP mehr als 200.000 Menschen getötet, mehr als elf Millionen sind auf der Flucht. Beiden Seiten werden Kriegsverbrechen vorgeworfen, darunter Angriffe auf Zivilisten.
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