Ausländische Waffen, Militärtechnik, Kämpfer und Logistiknetzwerke halten den Krieg im Sudan am Laufen und erweitern die Fähigkeit der Konfliktparteien, mit Drohnen weit entfernte zivile Ziele anzugreifen. Das geht aus einem am Donnerstag in Genf veröffentlichten Bericht der unabhängigen UN-Untersuchungsmission zum Sudan hervor.
Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 seien mehr als 1000 Menschen durch Drohnenangriffe getötet worden. Einige der dokumentierten Einsätze auf beiden Seiten erfüllten den Tatbestand von Kriegsverbrechen.
Im Sudan liefern sich die Armee unter Abdel Fattah al-Burhan und die paramilitärische Rapid Support Forces (RSF) unter dessen früherem Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo seit April 2023 Gefechte. Nach UN-Angaben wurden bislang mehr als 14 Millionen Menschen vertrieben; Hilfsorganisationen sprechen laut AFP von mehr als 200.000 Toten.
Vorwürfe gegen mehrere Staaten
Nach Erkenntnissen der Ermittler versorgte ein Netzwerk aus Personen und Firmen in den Vereinigten Arabischen Emiraten, im Tschad, in Libyen und in Somalia die RSF mit Waffen, Ausrüstung, Ausbildung und ausländischem Personal.
Bis zu 2000 kolumbianische Söldner sollen dabei geholfen haben, Drohnensysteme und andere Waffen zu bedienen. Einige seien bei den Kämpfen um die Stadt al-Faschir in Darfur anwesend gewesen, die die RSF im Oktober 2025 einnahm. Dort sprachen die UN-Ermittler zuvor von massenhaften Tötungen mit Merkmalen eines Völkermords.
Die Emirate wiesen den Vorwurf militärischer Unterstützung der RSF erneut zurück. Somalia erklärte, sein Territorium und seine Häfen dürften nicht für militärische Zwecke genutzt werden, räumte aber Informationslücken ein. Der tschadische Botschafter in Genf, Makaila Ahmad, nannte alle Vorwürfe gegen sein Land falsch. Kolumbien erklärte, gegen die Teilnahme eigener Staatsbürger an ausländischen Konflikten vorzugehen.
Angriffe auf Krankenhäuser und Märkte
Auch die sudanesische Armee soll dem Bericht zufolge im Ausland beschaffte Kampfdrohnen und Loitering Munition, also über einem Zielgebiet kreisende Angriffsdrohnen, gegen zivile Ziele eingesetzt haben, unter anderem auf den Yabus-Markt im Bundesstaat Blauer Nil. Bei einem Angriff auf das Krankenhaus Ad-Da'ein im Ostdarfur wurden nach Angaben der Ermittler mindestens 70 Menschen getötet.
Wiederholte RSF-Drohnenangriffe zwischen Mai und Juli 2026 beschädigten zudem Strom- und Treibstoffanlagen in der Stadt El Obeid.
Die Kommission rief den UN-Sicherheitsrat auf, das bestehende Waffenembargo für Darfur auf das gesamte Land auszuweiten. Die USA hatten dazu am Montag im Sicherheitsrat einen Resolutionsentwurf vorgelegt, der auch Drohnen und dazugehörige Technologien ausdrücklich erfassen soll.
Der US-Sonderberater für arabische und afrikanische Angelegenheiten, Massad Boulos, sprach von mehr als zwölf Staaten, die die Kriegsparteien militärisch unterstützten.
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