Südkorea hat einen Bericht des Justizausschusses im US-Repräsentantenhaus zurückgewiesen, wonach die Regierung in Seoul amerikanische Unternehmen systematisch benachteilige.
Ermittlungen und aufsichtsrechtliche Maßnahmen gegen den Onlinehändler Coupang seien rechtmäßig und ohne Ansehen der Nationalität eines Unternehmens erfolgt, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Park Il, am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Seoul. Man bedauere, dass der Bericht offenbar einseitig die Darstellung von Coupang wiedergebe.
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Der Justizausschuss hatte am Vortag einen 35-seitigen Zwischenbericht mit dem Titel „Abgeschottet gegen Wettbewerb: Südkoreas diskriminierende Angriffe auf US-Unternehmen“ veröffentlicht. Darin wirft das Gremium der südkoreanischen Regierung vor, US-Firmen mit belastenden Ermittlungen, überzogenen regulatorischen Auflagen sowie hohen Bußgeldern zu überziehen, um heimische Konkurrenten zu schützen.
Datenleck als Auslöser
Als zentrales Beispiel führt der Ausschuss Coupang Inc. an, den in den USA ansässigen und in New York börsennotierten Mutterkonzern des südkoreanischen Onlinehändlers Coupang.
Auslöser der im Februar vom US-Justizausschuss begonnenen Untersuchung zum Umgang der südkoreanischen Behörden mit Coupang war laut Bericht ein Datenleck bei dem Onlinehändler. Nach Darstellung der Regierung in Seoul bestand es von April bis November 2025. Dabei waren nach Angaben des Ausschusses Daten von bis zu 33,7 Millionen Kundenkonten zugänglich.
Der US-Justizausschuss beschuldigt die südkoreanischen Behörden, danach eine Kampagne gegen das Unternehmen geführt und es öffentlich als kriminelle Organisation dargestellt zu haben.
Der Bericht erhebt zudem den Vorwurf, der südkoreanische Nachrichtendienst NIS habe Coupang-Mitarbeiter angewiesen, in China Geräte und eidesstattliche Erklärungen eines früheren Mitarbeiters zu beschaffen. Dem geschäftsführenden Coupang-Chef Harold Rogers, einem US-Bürger, drohten nun strafrechtliche Konsequenzen. Der NIS hatte ähnliche Darstellungen im vergangenen Jahr zurückgewiesen.
Kritik an Bußgeld und Regulierung
Der Ausschuss kritisiert auch die südkoreanische Wettbewerbsbehörde KFTC als besonders aggressiv gegenüber US-Firmen. Separat verweist er auf eine im vergangenen Monat gegen Coupang verhängte Geldbuße von 410 Millionen US-Dollar. Zudem habe Seoul Plattformregeln nach dem Vorbild des europäischen Digital Markets Act gezielt gegen US-Unternehmen vorangetrieben. Die Maßnahmen verstießen gegen handelspolitische Zusagen an die Vereinigten Staaten.
Sprecher Park sagte, sein Ministerium stehe seit Februar mit dem Ausschuss in Kontakt, um die südkoreanische Position zu erläutern. Die Regierung werde weiter mit US-Abgeordneten und Behörden sprechen, damit die Auseinandersetzung um Coupang die sicherheitspolitischen Gespräche zwischen beiden Ländern nicht belaste.
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