Einheitsfeiertag

Tag der Deutschen Einheit: Ramelow mahnt im Berliner Dom gerechte Verteilung an

Im Berliner Dom mahnt der Bundestagsvizepräsident zu Dialog und praktischen Lösungen. Die Lebensverhältnisse in Ost und West seien noch immer nicht gleich.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
2 Min
Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages

Bodo Ramelow, Vizepräsident des Deutschen Bundestages

© Marvin Zubrod/dpa

Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (Linke) hat in seiner Kanzelrede zum Tag der Deutschen Einheit zu mehr Verständnis und einer gerechteren Verteilung aufgerufen.

Die Erde könne die Menschen doppelt ernähren, die Mittel seien nur sehr ungleich verteilt, sagte der frühere thüringische Ministerpräsident laut vorab verbreitetem Redemanuskript am Samstag beim Festgottesdienst im Berliner Dom. Das meldete der Evangelische Pressedienst (EPD).

Praktische Lösungen nötig

Die extreme Rechte schüre Verlustängste, sagte Ramelow. Diese ließen sich nur bekämpfen, wenn gezeigt werde, dass genug für alle da sei und die Politik praktische Lösungen liefere. Offenbar mit Blick auf die AfD warnte er vor Gewaltvorstellungen am rechten Rand.

Die neue Härte umfasse auch eine Abwertung der Schwächsten in der Gesellschaft, kritisierte Ramelow und gab eine entsprechende Parole wieder: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen.“ Manche Menschen könnten aber nicht arbeiten. Mit extrem rechten Vorstellungen sei keine Gemeinschaft möglich, „in der Solidarität, Liebe und Wärme wachsen“.

Gräben zwischen Ost und West

Auch nach der Wiedervereinigung seien Gräben in Deutschland geblieben, sagte Ramelow, der Mitglied der evangelischen Kirche ist. Die Lebensverhältnisse in Ost und West seien bis heute nicht gleich: „Das Misstrauen sitzt tief und die Räume der Verständigung sind selten.“

Unter dem Leitwort „Gemeinsam Brot brechen“ rief Ramelow zum Dialog auf. „Gemeinsam das Brot zu brechen, schafft Gemeinschaft“, sagte er mit Verweis auf das Johannesevangelium. Das sei nicht nur eine Frage der Verteilung: „Wo Menschen aufeinander zugehen, entstehen Räume des Miteinanders.“

Die anschließende Veranstaltung „Singen für Europa“ gehört Angaben des Berliner Doms zufolge auch zur Initiative „3. Oktober – Deutschland singt und klingt“.

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