Ein knapp 200 Meter langer Öltanker hatte am Wochenende in der Ostsee anscheinend ein Antriebsproblem. Die unter der Flagge der Bahamas fahrende „Sled“ befand sich im Seegebiet zwischen Rügen und der dänischen Insel Møn. Das Schiff war Medienberichten zufolge mit russischem Rohöl auf dem Weg vom Hafen Primorsk in Russland nach Skagen in Dänemark.
Nach Angaben der Ostsee-Zeitung wurde der Tanker in der Nacht zum 18. Oktober zunächst langsamer. Anschließend soll er nordöstlich der Mecklenburger Bucht in Richtung Dänemark getrieben sein.
Deutsche Behörden reagierten auf den Zwischenfall und entsandten den Notfallschlepper „VB Bremen Fighter“.
„Sled“ fährt in Richtung Skagen
Am Montag hat die „Sled“ offenbar ihre Fahrt wieder aufgenommen. Nach öffentlich verfügbaren Positionsdaten fährt das unter Bahamas-Flagge fahrende Schiff westwärts durch die Kadetrinne in Richtung Skagen. Ein Schlepper war zuletzt nicht in unmittelbarer Nähe zu erkennen. Die Antriebsprobleme scheinen damit behoben zu sein; eine offizielle Mitteilung zur Ursache des Defekts oder zum technischen Zustand des Tankers liegt bislang jedoch nicht vor.
Hinweise auf ausgetretenes Öl oder Verletzte gibt es weiterhin nicht.
Maritime Fachdaten identifizieren das betroffene Schiff als Rohöltanker „Sled“ mit der IMO-Nummer 9284805. Der 2005 gebaute Tanker ist rund 189 Meter lang, etwa 32 Meter breit und verfügt über eine maximale Tragfähigkeit von rund 50.000 Tonnen.
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Diese technische Tragfähigkeit entspricht allerdings nicht automatisch der tatsächlich geladenen Ölmenge. Wie viel Rohöl sich an Bord befindet, ist derzeit nicht öffentlich bekannt.
Öltanker lag zwischen Rügen und Møn
Der Zwischenfall ereignete sich im Bereich der Kadetrinne. Die stark befahrene Schifffahrtsroute verbindet die östliche Ostsee mit den dänischen Meerengen und gilt als eines der anspruchsvollsten Seegebiete der Region.
Fachberichte verorteten die „Sled“ zeitweise knapp außerhalb der dänischen Hoheitsgewässer.
Deutsche und dänische Stellen beobachteten die Situation. Nach Angaben maritimer Fachmedien hielt auch Lyngby Radio Kontakt zu dem Schiff.
Bundespolizei beobachtet zwei russische Schiffe
Der NDR berichtete außerdem von einem Einsatz der Bundespolizei in der Nacht zum Sonntag. Grund seien zwei weitere russische Schiffe gewesen, die den Tanker möglicherweise begleitet hätten.
Da die beiden Schiffe nicht in deutsche Hoheitsgewässer einfuhren, wurden sie den Angaben zufolge beobachtet, aber nicht kontrolliert. Maritime Fachberichte nennen unter anderem das russische Landungsschiff „Aleksandr Shabalin“.
Bisher ungeklärt ist, ob die russischen Schiffe tatsächlich als Eskorte der „Sled“ unterwegs waren.
Gehört die „Sled“ zur russischen Schattenflotte?
Offen ist auch, ob eine Verbindung zur sogenannten russischen Schattenflotte besteht. Mit diesem Begriff werden Tanker bezeichnet, die Russland unter anderem zur Umgehung westlicher Ölsanktionen einsetzt. Viele dieser Schiffe sind vergleichsweise alt, ihre Eigentumsverhältnisse häufig schwer nachvollziehbar.
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Die „Sled“ transportiert den bisherigen Berichten zufolge russisches Rohöl und ist mehr als 20 Jahre alt. Nach Einschätzung von Greenpeace gehört die mit russischem Rohöl beladene „Sled“ nicht zur russischen Schattenflotte.
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