Das iranische Parlament hat an diesem Sonntag den Rüstungsmanager Mehrdad Achlaghi Ketabtschi zum neuen Verteidigungsminister gewählt. Für den 68-Jährigen stimmten nach Angaben des staatlichen Senders Press TV 237 der anwesenden Abgeordneten, 15 votierten dagegen. Präsident Massud Peseschkian hatte ihn Anfang Oktober für das Amt nominiert, wie die dpa meldete.
Achlaghi folgt auf Asis Nasirsadeh, der am 28. Februar bei den von den USA und Israel geführten Angriffen auf den Iran getötet worden war. Seitdem hatte ein General der Revolutionsgarden, Madschid Ebn-ol-Resa, das Ministerium kommissarisch geleitet.
Drohung in Richtung Washington
In seiner ersten Stellungnahme am Rande der Parlamentssitzung richtete sich der neue Minister direkt an US-Präsident Donald Trump. Dieser solle sich Gedanken darüber machen, wie er seine Streitkräfte „unversehrt“ aus der Region abziehen könne, zitierte ihn die iranische Nachrichtenagentur Tasnim. „Wenn er auch nur eine einzige Bombe abwirft, wird er erleben müssen, wie viele seiner Soldaten er anschließend in horizontaler Lage aus der Region abtransportieren muss“, sagte Achlaghi.
Hintergrund der Drohung sind Berichte des US-Senders CNN, wonach das US-Militär Angriffspläne auf iranische Energie- und Atomanlagen vorbereitet habe. Dabei solle unter Umständen auch die GBU-43/B zum Einsatz kommen – die größte nichtnukleare Bombe im US-Arsenal. Teheran habe die nötigen Vorkehrungen gegen einen solchen Einsatz getroffen, sagte der Minister laut der Nachrichtenagentur Reuters.
Sanktionen und Raketenprogramm
Achlaghi gilt als erfahrener Fachmann der iranischen Rüstungsindustrie. Er leitete nach eigenen Angaben über Jahrzehnte zentrale Bereiche der iranischen Raketen- und Rüstungsindustrie, unter anderem die staatliche Luftfahrtindustrieorganisation AIO. Die Europäische Union, die Vereinten Nationen und die USA haben ihn mit Sanktionen belegt. Die EU wirft ihm vor, an der Beschaffung verbotener Güter und an Technologien für das iranische Atomprogramm beteiligt gewesen zu sein.
Vor Abgeordneten kündigte der neue Minister an, die Rüstungsproduktion auszubauen, die Entwicklung von Militärtechnologien zu beschleunigen und die Zusammenarbeit mit privaten Unternehmen zu erweitern.
Das Raketenprogramm hat für die Staatsführung in Teheran hohe Priorität. Die iranischen Gegenangriffe auf Israel und US-Stützpunkte erfolgten überwiegend mit ballistischen Raketen.
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