Bärbel, wo bist du? Natürlich kann es sein, dass sich diese Frage noch am Wochenende klärt. Doch bisher, das teilen einschlägige Stellen in der Berliner CDU mit, hat sich Bärbel, das Mädchen vom Müggelsee, noch nicht gemeldet. Wir erinnern uns: Friedbert Pflüger, seit kurzem CDU-Spitzenkandidat in der Hauptstadt, erzählte kürzlich öffentlich von seinem Jugendflirt 1974 in Köpenick. Der damals 19-Jährige besuchte für ein paar Stunden Ost-Berlin, lag mit der Zonen-Schönheit (Pflüger: "brünett, langes Haar, tolle Figur") am Strand und musste mit ansehen, wie sie bei seinem Abschied gen Freiheit Tränen vergoss. Er würde sie gern wiedersehen, ließ er die Menschheit wissen. Seitdem fahndet unter anderem die Bild-Zeitung nach Bärbel. Unklar bleibt bisher, ob sie einfach nur verzogen ist - oder doch das Treffen mit Jung-Friedbert gar nicht in so guter Erinnerung hat wie er. Wer weiß schon immer, warum Mädchen weinen?----Berlin voranbringen wollen natürlich alle Parteien. Die jüngsten Vorschläge dazu legten jetzt die Grünen vor, sie fordern vielerlei Verbesserungen, darunter auch "ClustermanagerInnen", also spezielle Koordinatoren für die zukunftsträchtigen Bereiche Gesundheits- und Kreativwirtschaft, deren Akteure es zu vernetzen gilt. "Cluster ist ein furchtbares Wort", distanzierte sich Fraktionschefin Sibyll Klotz, von Beruf Diplom-Philosophin, sofort vom anglophilen Wirtschaftsneusprech. "Bei uns hieß das früher Wertschöpfungsketten." Dass die Grünen statt Cluster- also künftig WertschöpfungskettenmanagerInnen fordern, wollte aber anschließend niemand bestätigen.----Medien sind so oberflächlich. Da hat sich während der Tokio-Reise des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) so gut wie niemand für die dort schwer errungenen Erfolge interessiert: Sony bleibt in Berlin, Marubeni auch, Dentsu will mehr Kooperation. Das ist natürlich viel wichtiger als jenes Detail der Reise, auf das sich jetzt alle stürzen: Wowereit nahm am Freitag an der traditionellen Zeremonie des Mamemaki teil, einer ritualisierten Begrüßung des Frühlings, der nach dem japanischen Kalender an diesem Sonnabend beginnt. Das Ritual besteht darin, mit (essbaren) gerösteten Sojabohnen nach einem Menschen im Teufelskostüm zu werfen und dabei (auf Japanisch) "Teufel raus, Glück herein!" zu skandieren. So soll Unheil vom neuen Jahr fern gehalten werden. Wie es historisch zu dieser Zeremonie kommen konnte, wusste die Senatspressestelle auch nicht.----In der Werbung hört es sich wunderbar an: Wer eine Standheizung im Auto hat, schaltet sie einfach per Fernbedienung an und weg sind die Probleme. Eben dies tat SPD-Chef Michael Müller am vergangenen Wochenende und freute sich schon auf den geplanten Familienausflug im warmen Wagen. Kaum jedoch stand er auf der Straße, da rückte die Feuerwehr an mit mehreren Löschzügen, einem Notarztwagen und zwei Polizeiautos. Warum? Ein aufmerksamer Nachbar hatte Qualm aus der Motorhaube von Müllers Auto steigen sehen - und schnell reagiert. Der Sozialdemokrat bedankte sich höflich für die Aufmerksamkeit und ließ den Einsatz abbrechen. Der Qualm war nämlich Dampf.------------------------------Foto : Samurai, nicht Star Trek: Wowereit im Traditionskostüm.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]