Der Freistaat Thüringen bekommt ein drittes beitragsfreies Kindergartenjahr. Der Landtag in Erfurt verabschiedete das entsprechende Gesetz mit den Stimmen von CDU, BSW, SPD und Linken. Die AfD-Fraktion enthielt sich. Die zusätzliche Beitragsfreiheit kostet das Land nach Angaben des Bildungsministeriums jährlich rund 28 Millionen Euro, die den Kommunen erstattet werden.
Kindergärten wegen Geburtenrückgang bedroht
Das neue Gesetz sieht auch finanzielle Hilfen für Einrichtungen mit weniger als 51 Kindern sowie ein Landesprogramm für Strukturanpassungen vor. Damit reagiert das Land auf sinkende Geburtenzahlen, durch die vor allem in kleineren Städten und ländlichen Regionen die Existenz von Kindergärten gefährdet ist. Gesetzlich verankert wurde zudem ein Anspruch der Kinder auf sprachliche Förderung.
Nach Angaben des Bildungsministeriums gibt es im Freistaat derzeit mehr als 1300 Kindergärten, in denen etwa 81.000 Mädchen und Jungen betreut werden. Zwischen März 2025 und März 2026 seien 19 Einrichtungen geschlossen worden.
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Minister kündigt Zukunftsplan an
Bildungsminister Christian Tischner (CDU) dankte dem Landtag für Korrekturen am Gesetzentwurf vom März. Die Unterstützung für kleine Kindergärten gelte nun nicht nur für 2026, sondern auch für 2027. „Weitere Schritte müssen folgen“, sagte Tischner. Er erwarte Ende des Jahres Empfehlungen für einen Zukunftsplan Kindergärten nach dem Motto „kurze Beine, kurze Wege“.
Thüringen verzeichnete laut Statistischem Landesamt im vergangenen Jahr mit 11.052 Neugeborenen einen Tiefstand bei den Geburten. Im Vergleich zu 2016 sank die Zahl um 40 Prozent.
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