Der Museumsverband Thüringen hat sich in einem offenen Brief an die Abgeordneten des Thüringer Landtags gewandt und vor einer Gefährdung der Museumslandschaft im Freistaat gewarnt. Anlass sind ausstehende Förderzusagen für das laufende Jahr.
Landeshaushalt steht lange, Förderzusagen fehlen
Obwohl der Landeshaushalt bereits im vergangenen Jahr beschlossen worden sei, lägen den Museen aufgrund einer globalen Minderausgabe bis Mitte Juni keine Förderzusagen vor, teilte der Verband am Donnerstag in Erfurt mit. Die Einrichtungen benötigten jedoch Planungssicherheit, um Betrieb, Ausstellungen und Vermittlungsangebote aufrechterhalten zu können.
Verbandspräsident Roland Krischke schrieb in dem Brief, man sehe die Thüringer Museumslandschaft in akuter Gefahr. Die Landesregierung scheine von der Unverzichtbarkeit der Museen als Kultureinrichtungen nicht überzeugt zu sein. Eine Klärung, wie Fördermittelanträge für Projekte in diesem Jahr beschieden würden, habe das Thüringer Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur (TMBWK) bislang versäumt.
Wie Anna Amalia Weimar erneuerte: Wittumspalais öffnet nach Sanierung
Kolbe-Museum soll Rückgabe des Tänzerinnenbrunnens zugesagt haben
Vier Millionen Besucher in Thüringer Museen 2025
Nach Angaben des Verbandes verzeichneten die 240 Mitgliedsmuseen im vergangenen Jahr vier Millionen Besucherinnen und Besucher. Museen wirkten damit als Tourismusfaktor Nummer eins in Thüringen und seien zugleich als außerschulische Lernorte unentbehrlich. Das museumspädagogische Angebot habe 2025 mehr als 55.000 Schulstunden entsprochen.
Krischke verwies darauf, dass das Volontariatsprogramm im vergangenen Jahr zur Disposition gestanden habe und in diesem Jahr erneut auf der Kippe stehe. Die institutionelle Förderung werde 2026 zwar noch in Höhe des Vorjahres ausgereicht, doch knüpften sich daran Befürchtungen für die Zukunft. Für 2027 brauche es frühzeitig Klarheit über die Museumsfinanzierung.
Der Verband habe bereits mit einem Forderungskatalog konstruktive Vorschläge gemacht, wie Museen trotz knapper Kassen unterstützt werden könnten, so Krischke. Man wolle mit den Abgeordneten ins Gespräch kommen, um nachhaltige Perspektiven aufzuzeigen.
Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]