Kinderbetreuung

Thüringen stellt Millionen für den Erhalt kleiner Kitas bereit

Hunderte kleine Kindergärten in Thüringen stehen wegen sinkender Kinderzahlen vor dem Aus. Nun hat sich die Brombeer-Koalition auf ein millionenschweres Hilfspaket verständigt.

OAZ
2 Min
Aufgrund der sinkenden Kinderzahlen würden zahlreiche kleinere Kitas normalerweise vor der Schließung stehen. (Symbolbild)

Aufgrund der sinkenden Kinderzahlen würden zahlreiche kleinere Kitas normalerweise vor der Schließung stehen. (Symbolbild)

© Marco Kneise/Funke Foto Services/IMAGO

Die Thüringer Landesregierung will die Schließung Hunderter kleiner Kindergärten verhindern und dafür Millionenbeträge bereitstellen. Ein Arbeitskreis der sogenannten Brombeer-Koalition aus CDU, BSW und SPD hat sich am Mittwochnachmittag auf entsprechende Eckpunkte verständigt. Für dieses und das kommende Jahr sollen demnach jeweils fünf Millionen Euro fließen, wie die Ostthüringer Zeitung berichtet.

Profitieren sollen davon nach Angaben der Zeitung rund 650 Kindergärten, die 50 oder weniger Kinder betreuen und deshalb von einer Schließung bedroht sind. Die Förderung zielt vor allem auf den ländlichen Raum. Zusätzlich stellt das Land zwölf Millionen Euro für Kitas bereit, die sich zusammenschließen wollen.

Stimmt der Bildungsausschuss im Landtag in der kommenden Woche zu, kann das Parlament noch vor der Sommerpause über das Paket entscheiden. Die Linke-Fraktion habe dem Zeitungsbericht zufolge bereits Unterstützung signalisiert, fordere allerdings mehr Sprachförderung für die Kinder in den Einrichtungen.

Hintergrund der Gesetzesnovelle sind sinkende Kinderzahlen in Thüringen. Einige Einrichtungen mussten dem Bericht zufolge bereits schließen oder stehen kurz davor.

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Allianz fordert verlässliche Planung

Eine Allianz aus der Bildungsgewerkschaft GEW, Verdi, den Liga-Wohlfahrtsverbänden und der Landeselternvertretung forderte für die Kindergartenplanung eine fachliche Empfehlung für die Landkreise. Es gehe vor allem um die Herausforderungen des demografischen Wandels, teilte das Bündnis in einem Appell mit. Die Allianz habe sich nach eigenen Angaben 2024 zusammengeschlossen, um bessere Personalschlüssel in Kindergärten zu erreichen.

Die GEW-Landesvorsitzende Kathrin Vitzthum sagte, man habe die Allianz wieder ins Leben gerufen, weil man die Debatte über die Novelle mit Sorge verfolge. Die Verabschiedung solle noch vor der Sommerpause erfolgen.

Zugleich warnte das Bündnis vor einer Staffelung von Elternbeiträgen nach Stunden oder Zeitkorridoren. Das wäre ein Bürokratieaufbau, sagte Tino Grübel, Geschäftsführer der Liga der freien Wohlfahrtspflege in Thüringen. Die Mitarbeiter wären damit beschäftigt, Betreuungsminuten zu zählen. Die Allianz spreche sich für die Beibehaltung bewährter Pauschalmodelle wie Halbtags- oder Ganztagsplätzen aus.

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