Forschung

Thüringer Forschungspreis: Ilmenauer Team senkt Ausschuss beim Laserschweißen

Das Fachgebiet Fertigungstechnik der TU Ilmenau verringert den Masseverlust durch Metallspritzer um mehr als 90 Prozent und erhält dafür den Landespreis.

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Thüringer Forschungspreis für TU Ilmenau: Professor Jean Pierre Bergmann arbeitet am Laserschweißen mit Hochleistungslasern.

Thüringer Forschungspreis für TU Ilmenau: Professor Jean Pierre Bergmann arbeitet am Laserschweißen mit Hochleistungslasern.

© TU Ilmenau/Michael Reichel

Ein Forschungsteam der Technischen Universität Ilmenau hat den Thüringer Forschungspreis 2026 in der Kategorie „Angewandte Forschung“ gewonnen. Das teilte die Technische Universität Ilmenau am Mittwoch mit. Ausgezeichnet wird das Fachgebiet Fertigungstechnik unter Leitung von Professor Jean Pierre Bergmann für ein neues Verfahren beim Schweißen mit Hochleistungslasern.

Beim Laserschweißen, etwa in der Automobil- oder Medizintechnik, gilt bisher: Wer schneller schweißt, bekommt deutlich mehr Fehler. Vor allem Spritzer machen Probleme. Das sind winzige Tropfen flüssigen Metalls, die aus dem Schmelzbad geschleudert werden, die Oberfläche des Teils beschädigen und teure Nacharbeit nötig machen. Mit dem neuen Verfahren sinkt der Masseverlust durch solche Spritzer um mehr als 90 Prozent.

Um die Ursache zu finden, durchleuchtete das Team den Schweißvorgang mit Hochgeschwindigkeitskameras, Simulationen und dem Teilchenbeschleuniger der European Synchrotron Radiation Facility im französischen Grenoble. Dessen Röntgenlicht zeigte in Echtzeit, was in der Dampfkapillare passiert, dem mit Metalldampf gefüllten Kanal, der beim Tiefschweißen entsteht. Daraus entwickelten die Forscher Gegenmittel: Der Laserstrahl erhält ein verändertes Profil, das die Strömung im Schmelzbad bremst und den Metalldampf leichter entweichen lässt. Zusätzlich setzen sie Gasdüsen so, dass das Gas die Schmelze beruhigt.

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Für kleine und mittlere Betriebe des verarbeitenden Gewerbes bedeutet das weniger Ausschuss und geringere Kosten für die Nacharbeit. Die Ergebnisse und ein daraus abgeleitetes Patent sind in Fachzeitschriften veröffentlicht. Den Forschungspreis vergibt der Freistaat Thüringen seit 1995 in den Kategorien „Grundlagenforschung“ und „Angewandte Forschung“; ein Ausschuss aus Wissenschaftlern und Vertretern der forschenden Wirtschaft entscheidet über die Vergabe.

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