An diesem Wochenende rückt eine der ältesten Handwerkstraditionen Ostdeutschlands in den Mittelpunkt: Am 11. und 12. April öffnen mehr als 30 Institutionen, Künstlerateliers und Manufakturen entlang der Thüringer Porzellanstraße ihre Türen. Wie der Verein Thüringer Porzellanstraße mitteilte, nehmen so viele Einrichtungen teil wie nie zuvor. Besucher können Führungen durch Porzellanfabriken erleben, Werkstätten besichtigen, Depotrundgänge unternehmen und Sonderverkäufe nutzen.
Die offizielle Eröffnung fand bereits am Freitag in Egelsdorf statt, einem Ortsteil von Königsee im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt. In der dortigen Galerie „Kunst in der Fabrik" werden Gäste am Samstag unter anderem durch eine Porzellanfigurensammlung geführt.
Unter dem Motto „Schmuck für die Sinne" wollen die Veranstalter in diesem Jahr zeigen, dass Porzellan weit mehr ist als Alltagsgeschirr. Das Material sei „Ausdruck von Handwerkskunst und Träger von Fantasie" – ein Werkstoff, der in immer neuen Formen von Schönheit erscheine, so die Organisatoren. Die Thüringer Porzellanstraße verbindet ganzjährig Orte, an denen bis heute produziert wird, mit Stätten, die besondere Sammlungen beherbergen. Touristen und Einheimische können so die mehr als 260-jährige Geschichte des Handwerks nachvollziehen.
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Branche kämpft mit hohen Gaspreisen
Doch hinter dem festlichen Anlass steht eine Branche unter erheblichem Druck. Im 19. Jahrhundert zählte Thüringen Hunderte Porzellanbetriebe mit Produktionsstätten etwa in Ilmenau oder Kahla, die weit über die Region hinaus bekannt waren. Heute sind davon nur noch rund ein Dutzend Betriebe übrig. Besonders die energieintensive Herstellung – Porzellan wird bei Temperaturen von bis zu 1.400 Grad gebrannt – macht den verbliebenen Unternehmen angesichts der hohen Gaspreise zu schaffen.
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Erst kürzlich musste die traditionsreiche Kahla Porzellan GmbH einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellen – ein Schlag für die gesamte Branche und die Region. Der Aktionstag am Wochenende dürfte daher nicht nur als kulturelles Ereignis verstanden werden, sondern auch als Signal einer Industrie, die um ihr wirtschaftliches Überleben ringt. (mit dpa)
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