Tierschutz

Tod des Buckelwals beschert Backhaus, Schwesig und der Staatsanwaltschaft Schwerin Anzeigenflut

Der tote Buckelwal löst eine Anzeigenflut gegen Politiker aus: Die Staatsanwaltschaft Schwerin verzeichnet eine dreistellige Zahl an Eingaben.

OAZ
2 Min
Der tote Buckelwal „Timmy“ liegt am Strand der dänischen Insel Anholt.

Der tote Buckelwal „Timmy“ liegt am Strand der dänischen Insel Anholt.

© Marcus Golejewski/dpa

Der lange an der deutschen Ostseeküste festsitzende und inzwischen tot auf einer dänischen Insel liegende Buckelwal hat nun auch ein juristisches Nachspiel in Schwerin. Die Staatsanwaltschaft verzeichnet eine bislang nicht gekannte Zahl an Anzeigen und Hinweisen.

Die Anzahl der Vorgänge mit Bezug zu dem Tier sei mittlerweile dreistellig, sagte Behördensprecher Jonas Krüger der Deutschen Presse-Agentur. Eine solche Menge an Eingaben sei für die Staatsanwaltschaft nach seinem Wissen ein neues Phänomen. Die Schreiben stammten nicht nur aus Mecklenburg-Vorpommern, landeten aufgrund der Zuständigkeit aber in Schwerin.

Nicht alle Eingaben seien Anzeigen, sagte Krüger. Teils handle es sich um Hinweise oder Hilfsangebote. So habe etwa jemand geschrieben: „Ich kann auch mit Walen reden.“ Es seien „aberwitzige“ Dinge dabei.

Die vorliegenden Anzeigen richteten sich in unterschiedliche Richtungen. Aus der Phase, in der man sich entschieden hatte, das Tier weitgehend in Ruhe zu lassen, stammten Vorwürfe der unterlassenen Hilfeleistung. Später seien Anzeigen mit Verweis auf das Tierschutzgesetz eingegangen, die sich gegen die Transportmaßnahmen richteten.

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Mit welchen Vorwürfen wird Backhaus konfrontiert?

Die Anzeigen richteten sich gegen verschiedenste Personen, darunter Beteiligte des Transports sowie Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, das an der Bergung nicht beteiligt war. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sei mit gegensätzlichen Vorwürfen konfrontiert worden und wegen allem Möglichen angezeigt worden – sowohl, weil er nichts gemacht habe, als auch, weil er etwas unternommen habe.

Selbst Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD), die sich aus dem Fall herausgehalten habe, sei angezeigt worden, sagte Krüger. Unter anderem seien zudem Mitarbeiter des Deutschen Meeresmuseums, das an der Bergung nicht beteiligt war, angezeigt worden. Sein Eindruck sei, dass praktisch jede Person, die auch durch die Medienberichterstattung mit dem Wal in Verbindung gebracht wurde, eine Anzeige erhalten habe.

Die Zuständigkeit Schwerins ergibt sich laut Krüger daraus, dass sich der Wal lange Zeit vor der Insel Poel aufhielt. Für diesen Bereich seien das Amtsgericht Wismar und damit die Schweriner Staatsanwaltschaft zuständig.

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