US-Präsident Donald Trump hat mit der Veröffentlichung von Videos einer tödlichen Tigerattacke in Großbritannien heftige Kritik ausgelöst. Zunächst verbreitete er auf seiner Plattform Truth Social Aufnahmen, die einen 23-Jährigen beim Angriff eines Tigers zeigen. Anschließend veröffentlichte Trump ein mit Künstlicher Intelligenz erzeugtes Video, in dem er selbst mit einem Tiger spielt.
Der Vorfall ereignete sich am Samstag im Yorkshire Wildlife Park nahe der nordenglischen Stadt Doncaster. Der 23-jährige William Chapman war in das Tigergehege gelangt. Dort wurde er von dem Tier angegriffen und tödlich verletzt. Die Rettungskräfte konnten nichts mehr für ihn tun.
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Trump verbreitet Tigerattacke an Millionen Follower
Am Dienstagabend teilte Trump einen 41 Sekunden langen Ausschnitt des Angriffs mit seinen rund 13 Millionen Followern auf Truth Social. Zu sehen ist, wie der Tiger Chapman beißt und mit seinen Krallen attackiert. Der Moment seines Todes ist nicht zu sehen.
„Leg dich niemals mit der Natur an!“, schrieb Trump dazu. Der Beitrag wurde später auch vom X-Account „Rapid Response 47“ des Weißen Hauses weiterverbreitet.
Anschließend veröffentlichte Trump eine weitere Videomontage mit Angriffen von Großkatzen, unterlegt mit Musik. In den sozialen Netzwerken stieß das Vorgehen auf scharfe Kritik. Ein Nutzer bezeichnete den Beitrag laut AFP als „krank“. Auch ein erklärter Trump-Unterstützer schrieb, dass ihm diese Veröffentlichung missfalle.
Nach tödlichem Angriff: Trump spielt im KI-Video mit Tiger
Am Mittwochmorgen folgte ein weiteres Video, das mit Künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Darin ist Trump zu sehen, wie er einen Tiger verfolgt, spielerisch mit ihm ringt und ihn schließlich umarmt.
Besonders auffällig: Die künstlich erzeugte Trump-Figur ahmt dabei eine Zeigegeste nach, die Chapman auf den Originalaufnahmen kurz vor dem Angriff macht. Das Video ist mit dem Lied „The Lion Sleeps Tonight“ unterlegt.
Familie des Todesopfers beklagt „zutiefst anstößige“ Inhalte
Die Familie des 23-Jährigen hatte sich bereits am Dienstagabend erschüttert über die Verbreitung der Aufnahmen geäußert. „Die Veröffentlichung und Verbreitung zutiefst anstößiger Medieninhalte“ bereite den Angehörigen in einer besonders verletzlichen Zeit großes Leid, heißt es in der Erklärung, aus der unter anderem der Guardian zitiert. Die Familie forderte dazu auf, die Bilder nicht weiterzuverbreiten.
Die Angehörigen beschrieben Chapman als intelligenten, warmherzigen und aufgeschlossenen jungen Mann. Er habe seit Jahren an einer schweren psychischen Erkrankung gelitten. Die Umstände seines Todes sollen nun genauer untersucht werden.
Bereits am Samstag hatte die Polizei von South Yorkshire ausdrücklich darum gebeten, die verstörenden Aufnahmen nicht zu teilen. Der Yorkshire Wildlife Park bestätigte unterdessen, dass der Tiger namens Altai unverletzt geblieben sei und nicht eingeschläfert werde.
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