Schon die ganze Woche fährt das letzte große RTL-Schlachtschiff „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch Top-Quoten ein. Das liegt auch an spannenden Kandidatinnen und Kandidaten, die sich durch die „3-Millionen-Euro-Woche“ lavieren müssen.
Am Montag sorgte eine Einser-Abiturientin aus Bayern auf dem Ratestuhl für Wirbel. Mit einer Mischung aus teils bestürzendem Nicht-Wissen, rasantem Selbstbewusstsein und hibbeliger Aufgeregtheit brachte sie auch den gestählten Showmaster Jauch zur Verzweiflung.
In der Dienstagsausgabe erfuhr eine Ärztin aus Lübeck auf schmerzliche Weise, dass auch die vermeintlich leichten Fragen zur Stolperfalle werden können. Sie sollte die WM-Maskottchen 2026 benennen und scheiterte mit ihrer falschen Antwort an der 2000-Euro-Frage.
Am Mittwoch waren dann nach der jungen Generation und den Kandidaten „Mitten im Leben“ die Seniorinnen und Senioren ab 65 Jahren an der Reihe.
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MehrHans-Werner Kraul: Unzufriedenheit ist verständlich
Ein Kandidat aus Sachsen-Anhalt fiel dabei besonders auf: Hans-Werner Kraul aus Weferlingen im Landkreis Börde, nahe der Grenze zu Niedersachsen. Kraul war sieben Jahre lang für die CDU Bürgermeister von Oebisfelde-Weferlingen. Cool und für Jauchs Geschmack ein wenig zu unaufgeregt schritt er nach dem Gewinn der Auswahlfrage zu seinem Stuhl. Mit seiner ruhigen, straighten Art nahm er aber sowohl den Showmaster als auch das Studiopublikum schnell für sich ein.
Beim Beantworten der Fragen zeigte sich der ehemalige Lehrer und hauptamtliche Bürgermeister kenntnisreich und schnell entschlossen. Doch nach der 2000-Euro-Frage wurde es plötzlich totenstill im Studio. Jauch fragte Kraul nach der Stimmung in seinem Bundesland Sachsen-Anhalt und nach der Unzufriedenheit im Osten.
Der 67-jährige Kandidat antwortete zunächst: „Ich muss jetzt natürlich aufpassen, was ich sage.“ Dann fuhr der Pensionär fort: „Aber eins ist klar: Die Unzufriedenheit vieler Menschen ist nicht an den Haaren herbeigezogen“, so der Kandidat. „Die sind wirklich zu Recht teilweise unzufrieden. Nun hatten viele Parteien, nicht nur die CDU, Zeit, das zu ändern. Woran es auch immer lag, dieser Motor lief sehr stockend bis gar nicht. Und deswegen kann ich die Unzufriedenheit mit der Politik, wie sie bisher war, welcher Couleur auch immer, verstehen.“
„Intellektuell überfordert“: Einser-Abiturientin aus Bayern sorgt bei „Wer wird Millionär?“ für Aufregung
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Jauch fragte weiter, wie Kraul zum Ergebnis der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt stehe, bei der die AfD bekanntlich mit großem Abstand stärkste Kraft wurde: „Ist es klug aus dieser Unzufriedenheit heraus eine eher sehr rechte oder sehr linke Wahlentscheidung zu machen?“
Darauf antwortete Hans-Werner Kraul, dazu habe er natürlich eine private Meinung, aber: „Die Wählerinnen und Wähler sind ein souveränes Wahlvolk, und wenn sie das ankreuzen, haben wir das als Gesellschaft zu akzeptieren. Meine private Meinung ist natürlich eine andere.“
Noch immer blieb es ganz ruhig im Publikum, Beifall gab es nicht. Jauch machte „einen Haken“ dran – das Quiz spielte nun wieder die Hauptrolle. Kraul war gut drauf, stieg erst bei der 64.000-Euro-Frage aus. Mal schauen, ob es ein Wiedersehen im Finale gibt.
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