Viele Menschen schlafen derzeit schlecht, weil die Temperaturen selbst nachts kaum noch sinken. Der Deutsche Wetterdienst hat nun den Rekord für die wärmste Nacht seit Beginn der Messungen bestätigt.
Im rheinland-pfälzischen Bad Bergzabern sank die Temperatur in der vergangenen Nacht nicht unter 26,2 Grad, wie der DWD mitteilte. Damit wurde der bisherige Rekordwert vom Berg Weinbiet in Rheinland-Pfalz vom 25. Juli 2019 eingestellt. Tagsüber gehen die Temperaturen vielerorts auf die 40 Grad zu, nachts sinken sie teils nicht mehr unter 20 Grad. Ab dieser Grenze spricht der DWD von tropischen Nächten.
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Steigende Gesundheitsrisiken und Tipps für besseren Schlaf
„Großflächige Hitzewellen bedrohen die Gesundheit sehr vieler Menschen und zählen zu den tödlichsten Extremwetterereignissen überhaup“, teilte die Bundesärztekammer laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) mit. Die aktuelle Lage sei besonders riskant, weil sich Gebäude und Wohnungen über die Tage immer weiter aufheizten und nachts kaum noch abkühlten. Die gesundheitliche Belastung sei oft erst an den Folgetagen am größten. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, Schwangere, kleine Kinder sowie Menschen, die im Freien arbeiteten.
Schlafforscher Günter Weeß rät bei Hitze zu einer lauwarmen oder warmen Dusche vor dem Zubettgehen. Eine kalte Dusche wirke dagegen anregend auf den Kreislauf und somit kontraproduktiv, sagte er dem SWR. Durch warmes Wasser öffneten sich die Poren, die Wärme könne vom Körper besser abgegeben werden, „und wir haben eher ein Kälteempfinden“, wird Weeß zitiert. Auch bei Getränken empfiehlt der Experte Lauwarmes statt Kaltes.
Erste Abkühlung könnte laut DWD zum Wochenstart kommen. Spätestens am Sonntag und Sonntagabend steige von Westen her das Unwetterpotenzial deutlich an, bis Montag sei mit teils schweren Gewittern zu rechnen.
Tropennächte auch im Osten erwartet
Üblicherweise gibt es pro Messstation nur eine Handvoll Tropennächte im Jahr. In Hitzesommern können es nach Angaben des DWD jedoch deutlich mehr sein. So seien 2003 in Kehl bei Straßburg 21 Tropennächte gezählt worden, 2015 in Waghäusel-Kirrlach und Bad Bergzabern jeweils 13. Nach Angaben des Umweltbundesamtes treten Tropennächte häufiger im Süden und Westen Deutschlands sowie in dicht bebauten Innenstädten auf.
Vor dem Höhepunkt der Hitzewelle am Wochenende werden in vielen Regionen in Ostdeutschland weitere Tropennächte erwartet. In der Nacht zum Samstag rechnet der DWD in Berlin und Brandenburg mit Tiefstwerten zwischen 22 und 17 Grad, in Sachsen örtlich mit bis zu 23 Grad. In der Nacht zum Sonntag soll das Thermometer in Brandenburg und Sachsen verbreitet nicht unter 24 bis 18 Grad sinken.
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