Fragmente einer über Jerusalem abgefangenen iranischen ballistischen Rakete sind am Freitag im Jüdischen Viertel der Altstadt niedergegangen – nur rund 400 Meter von der Klagemauer und dem Tempelberg mit der Al-Aqsa-Moschee entfernt. Verletzt wurde nach Angaben der israelischen Polizei niemand. Die Trümmer beschädigten einen Parkplatz unmittelbar oberhalb des Dungtors, eines der sieben Eingangstore zur Altstadt.
Der Einschlag ereignete sich kurz vor Beginn des Schabbat. Soldaten drängten Schaulustige zurück, während ein armenischer Anwohner Glasscherben aus seinem zerborstenen Fenster zusammenkehrte, wie die Times of Israel berichtete. Im Laufe des Tages feuerte der Iran insgesamt neun Salven ballistischer Raketen auf Israel ab, mindestens drei davon mit Streumunitionsköpfen.
In der zentralisraelischen Stadt Rehovot setzten Splitter ein Wohnhaus in Brand. Ein Ehepaar in seinen Siebzigern erlitt leichte Verletzungen, ein Raketenteil landete im Wohnzimmer eines weiteren Hauses. Auch in Kiryat Ono schlug eine Munition auf einem Spielplatz ein. Das israelische Gesundheitsministerium bezifferte die Gesamtzahl der kriegsbedingten Krankenhauseinweisungen auf 4.099.
Israel meldet Tötung iranischer Kommandeure
Die israelische Armee hatte zuvor bestätigt, bei einem Luftangriff in Teheran Anfang der Woche neben dem Kommandeur der Basidsch-Miliz, Gholamreza Soleimani, und dessen Stellvertreter auch den Geheimdienstchef der paramilitärischen Einheit, Ismail Ahmadi, getötet zu haben.
Zudem sei am Mittwoch Mehdi Rastami Shamastan, ein Spitzenbeamter des iranischen Geheimdienstministeriums, durch einen gemeinsam von Militärgeheimdienst, Mossad und Schin Bet vorbereiteten Angriff eliminiert worden. Armeesprecher Effie Defrin bezeichnete Shamastan als „Schlüsselfigur bei der Planung von Terroranschlägen gegen israelische und jüdische Zivilisten weltweit“.
Die USA und Israel haben laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim 16 iranische Frachtschiffe in Hafenstädten am Persischen Golf angegriffen. Die israelische Luftwaffe flog weitere Angriffswellen auf Teheran und die Stadt Nur. Dabei seien Waffenfabriken und Lagereinrichtungen für Raketenkomponenten zerstört worden.
Laut Militärangaben hat der Iran seine Abschussstellungen zunehmend ins Landesinnere verlegt, nachdem Israel einen Großteil der westiranischen Startkapazitäten ausgeschaltet habe. Mehr als ein Dutzend israelische Drohnen seien über dem Iran abgeschossen worden – bemannte Kampfjets blieben hingegen unversehrt, obwohl Piloten mehrfach unter Flugabwehrfeuer gerieten.
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