US-Präsident Donald Trump hat dem Iran und der jemenitischen Huthi-Miliz nach dem Angriff auf einen saudischen Öltanker und dem behaupteten Angriff auf einen zweiten im Roten Meer mit harten militärischen Konsequenzen gedroht.
Sollten die Angriffe fortgesetzt werden, würden die USA sowohl Teheran als auch die Miliz mit einer „bedeutenden militärischen Bestrafung“ belegen, schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social. Er bezeichnete die Huthis darin als „Ersatz und/oder Stellvertreter des Iran“ und machte Teheran ausdrücklich mitverantwortlich.
Trump äußerte sich zugleich „sehr enttäuscht“ über die Miliz. Nach den US-Angriffen im vergangenen Jahr habe sich die Gruppe zunächst „sehr verantwortungsvoll“ verhalten. „Leider fangen sie jetzt wieder an und haben gestern Abend auf zwei saudiarabische Schiffe geschossen“, schrieb der Präsident laut Al Jazeera.
Huthis behaupten Angriffe auf zwei Tanker
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hatte am Donnerstag über den Nachrichtendienst Telegram mitgeteilt, sie habe zwei saudische Öltanker mit Raketen und Drohnen angegriffen. Als Begründung nannte sie einen Verstoß gegen eine Seeblockade, die die Miliz Anfang der Woche gegen Saudi-Arabien verhängt hatte. Betroffen sind nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters die Tanker „Encelia“ und „Layla“.
Die britische Behörde für maritime Sicherheit (UKMTO) meldete, ein Tanker sei rund 70 Seemeilen südwestlich der saudischen Stadt Al Schukaik von einem „unbekannten Geschoss“ getroffen worden. An Bord sei ein Feuer ausgebrochen, das die Besatzung bekämpfe. Verletzte wurden nach ersten Angaben nicht gemeldet. Die staatliche saudische Nachrichtenagentur SPA bestätigte den Brand am Bug der „Encelia“ und erklärte, alle Besatzungsmitglieder seien in Sicherheit.
Zweiter Krisenpunkt für den Welthandel
Mit den Attacken entwickelt sich die Meerenge Bab al-Mandab neben der bereits vom Iran blockierten Straße von Hormus zu einem weiteren Krisenpunkt für die internationale Schifffahrt. Durch die Meerenge am südlichen Ende der Arabischen Halbinsel laufen nach Angaben der Nachrichtenagentur AP rund zwölf Prozent des Welthandels.
Für Saudi-Arabien ist die Route besonders wichtig, weil das Land wegen der Blockade der Straße von Hormus zuletzt einen großen Teil seiner Ölausfuhren über den Hafen Yanbu am Roten Meer abwickelte.
Brent-Ölpreis steigt wieder über 100 Dollar
Die anhaltenden Angriffe im Iran-Krieg und die Zuspitzung der Lage am Roten Meer treiben die Ölpreise weiter nach oben: Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent stieg am Donnerstag zeitweise auf mehr als 100 Dollar je Barrel (159 Liter).
US-Außenminister Marco Rubio äußerte sich am Rande eines Regionalgipfels auf den Philippinen zurückhaltender als sein Präsident. Er hoffe, dass die Huthis die Angriffe einstellten. Die Miliz sei „von den Iranern in diese Sache hineingezogen worden“, sagte Rubio laut AP. Ein Sprecher des saudischen Militärs, Generalmajor Turki al-Malki, kündigte an, jede Bedrohung von Schiffen werde „schnell und entschieden“ beantwortet.
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