Mit einem provozierenden KI-Bild hat „Star Wars“-Star Mark Hamill einen politischen Sturm in den USA ausgelöst. Der Schauspieler, der weltweit als Luke Skywalker bekannt wurde, veröffentlichte auf seinem verifizierten Bluesky-Account eine künstlich erzeugte Darstellung von Donald Trump in einem flachen Grab neben einem Grabstein mit der Aufschrift: „Donald J. Trump 1946–2024“.
Über dem Bild stand der Satz: „If Only“ – auf Deutsch etwa: „Wenn doch nur“.
Das Weiße Haus reagierte ungewöhnlich scharf. Auf der Plattform X bezeichnete das Presseteam Hamill als „einen kranken Menschen“. „Diese radikalen linken Verrückten können sich einfach nicht beherrschen“, erklärte das Weiße Haus weiter. Solche Rhetorik habe in den vergangenen zwei Jahren drei Attentatsversuche auf Trump inspiriert.
Mark Hamill rudert nach Kritik zurück
Hamill löschte das Bild später wieder und versuchte, seine Aussage einzuordnen. Tatsächlich wünsche er Trump „gerade nicht den Tod“, schrieb der Schauspieler später bei Bluesky. Trump solle vielmehr lange genug leben, um eine „historische Schande“ zu erleben. Wörtlich schrieb Hamill, Trump solle „lange genug leben, um seine unvermeidliche vernichtende Niederlage bei den Midterms zu erleben“. Außerdem solle er „für seine beispiellose Korruption zur Rechenschaft gezogen“ und „gedemütigt“ werden.
Der 74-Jährige zählt seit Jahren zu den prominentesten Trump-Kritikern in Hollywood. In sozialen Netzwerken attackiert er den Präsidenten regelmäßig mit scharfen Kommentaren und satirischen Beiträgen.
In sozialen Netzwerken schlug der Streit schnell zurück auf Hamill selbst. Trump-Anhänger verbreiteten zahlreiche Gegenbilder, die den Schauspieler wiederum in einem Grab oder bei einer Beerdigung zeigen sollten. Einige Nutzer schrieben, der „Jedi-Ritter“ werde den Konflikt mit Trump politisch oder persönlich „nicht überleben“. Andere verspotteten Hamill als „radikalen Hollywood-Star“.
Weißes Haus verweist auf Attentate
Die Reaktion der US-Regierung fällt auch deshalb so heftig aus, weil Trump in den vergangenen Jahren mehrfach Ziel von Attentätern geworden war. Im Sommer 2024 wurde Trump bei einem Wahlkampfauftritt im Bundesstaat Pennsylvania am Ohr getroffen. Der Schütze wurde vom Secret Service erschossen.
Ebenfalls 2024 entdeckten Sicherheitskräfte einen bewaffneten Mann in der Nähe eines Golfplatzes, auf dem Trump spielte. Der Mann wurde später wegen versuchten Attentats verurteilt. Erst im vergangenen Monat stürmte zudem ein bewaffneter Mann einen Sicherheitsbereich nahe des Dinners der White House Correspondents’ Association in Washington und feuerte mit einer Schrotflinte. Nach Angaben der Behörden wollte der Mann Trump töten.
„Star Wars“ und Trump – eine lange Fehde
Der Streit hat auch deshalb Aufmerksamkeit erregt, weil Hamill und Trump sich seit Jahren öffentlich attackieren. Hamill unterstützt offen die Demokraten und engagierte sich wiederholt für die Ukraine. Unter anderem sprach er für eine ukrainische Luftalarm-App Warnmeldungen mit der Stimme von Luke Skywalker ein.
Trump und sein Umfeld wiederum greifen selbst regelmäßig auf KI-generierte Bilder und Popkultur-Motive zurück. Erst vor wenigen Tagen verbreitete das Weiße Haus ein KI-Bild, das Trump in einer Art „Star Wars“-Optik zeigte. Kritiker werfen beiden politischen Lagern vor, die politische Sprache in den USA immer weiter zu radikalisieren.
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