US-Präsident Donald Trump ist in Peking eingetroffen. Zum Auftakt seines zweitägigen Staatsbesuchs wurde Trump auf dem Flughafen mit militärischen Ehren, chinesischen Flaggen schwenkenden Studenten und einem streng choreografierten Empfang begrüßt, wie Reuters, BBC und AP berichten. Auf Bildern war zu sehen, wie Trump auf dem roten Teppich stehen blieb, in die Menge winkte und die Faust hob.
Die Präsidentenmaschine Air Force One landete am Mittwoch um 19.50 Uhr (Ortszeit, 13.50 MESZ) auf dem internationalen Flughafen von Peking. Trump wurde von Chinas Vizepräsident Han Zheng in Empfang genommen und bekam einen Blumenstrauß überreicht. Dann schritt er über einen roten Teppich, während 300 Jugendliche in Uniformen kleine chinesische und US-Flaggen schwenkten.
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Musk und Nvidia-Chef Huang begleiten Trump nach China
Begleitet wird Trump von mehreren Spitzenmanagern großer US-Konzerne, darunter Nvidia-Chef Jensen Huang, Tesla-Chef Elon Musk sowie Boeing-Chef Kelly Ortberg. Reuters berichtet, Trump habe Huang kurzfristig persönlich eingeladen. Der Nvidia-Chef bemüht sich seit Monaten um Genehmigungen für den Verkauf leistungsfähiger KI-Chips nach China.
Es ist der erste Besuch eines US-Präsidenten in China seit fast einem Jahrzehnt - Trump hatte die Volksrepublik schon während seiner ersten Amtszeit im Jahr 2017 besucht. Am Donnerstag steht eine Unterredung mit Xi in der Großen Halle des Volkes in Peking auf dem Programm. Für den Abend ist dann ein Staatsbankett geplant. Für Freitag sind ein Nachmittagstee und ein Arbeitsessen vorgesehen, bevor der US-Präsident die Heimreise antritt. Trump will zudem den Himmelstempel besuchen.
Trump fordert wirtschaftliche Öffnung Chinas
Im Mittelpunkt des Treffens mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping stehen die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt. Trump erklärte vor seiner Ankunft auf Truth Social, er wolle Xi als „erste Bitte“ dazu bewegen, China stärker für amerikanische Unternehmen zu öffnen, damit diese „ihre Magie wirken lassen“ könnten.
Menschen fotografieren die Wagenkolonne von Donald Trump vor dem Four Seasons Hotel in Peking. Es ist der erste China-Besuch eines US-Präsidenten seit fast zehn Jahren.
© Alexey Tashchilin/imago
China erklärte über Außenamtssprecher Guo Jiakun, man wolle die Zusammenarbeit ausbauen, Differenzen kontrollieren und „mehr Stabilität und Sicherheit in eine turbulente Welt bringen“.
Parallel zu Trumps Ankunft trafen sich US-Finanzminister Scott Bessent und Chinas Vize-Ministerpräsident He Lifeng zu mehrstündigen Vorbereitungsgesprächen in Südkorea. Beide Seiten bemühen sich offenbar um eine Stabilisierung des Handelskonflikts.
Reuters berichtet, Washington und Peking könnten sich auf ein neues Handelsformat einigen, bei dem gegenseitig Zölle auf Waren im Umfang von jeweils rund 30 Milliarden US-Dollar gesenkt werden. Im Gespräch seien vor allem Produkte außerhalb sicherheitspolitisch sensibler Bereiche. Trumps Handelsbeauftragter Jamieson Greer kündigte einen gemeinsamen „Handelsrat“ mit China an. Er soll als Plattform für Geschäfte in Bereichen dienen, die als nicht politisch heikel gelten.
China-Reise soll wirtschaftliche Erfolge bringen
Die USA hoffen demnach auf höhere Verkäufe von Energie, Agrarprodukten und Boeing-Flugzeugen nach China. Boeing-Chef Ortberg hatte zuletzt erklärt, er rechne nach dem Gipfel mit einer größeren Bestellung neuer Flugzeuge.
Trump steht innenpolitisch unter Druck. Der Krieg zwischen dem Iran sowie den USA und Israel hat die Inflation in den Vereinigten Staaten zuletzt angeheizt. Zudem nähern sich die Kongresszwischenwahlen im November. Beobachter gehen laut Reuters davon aus, dass das Weiße Haus auf sichtbare wirtschaftliche Ergebnisse angewiesen ist.
Die Beziehungen zwischen Washington und Peking gelten seit Jahren als angespannt. Trump hatte den Handelskrieg gegen China bereits in seiner ersten Amtszeit begonnen und nach seinem Wiedereinzug ins Weiße Haus erneut verschärft. Erst im vergangenen Oktober einigten sich beide Seiten auf eine fragile Zollpause.
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Auch Iran und Taiwan dürften Thema werden
Neben Handel und Technologie dürfte auch der Krieg zwischen dem Iran sowie den USA und Israel eine wichtige Rolle bei den Gesprächen spielen. China gilt als wichtiger Partner Teherans und kauft nach Schätzungen einen Großteil der iranischen Ölexporte. Beobachter erwarten daher, dass Washington versuchen wird, Peking zu mehr Einflussnahme auf den Iran zu bewegen.
Auch der Streit um Taiwan dürfte zur Sprache kommen. China kritisierte zuletzt erneut geplante US-Waffenlieferungen an die demokratisch regierte Inselrepublik scharf. Peking betrachtet Taiwan als Teil seines Staatsgebiets, während die USA Taiwan militärisch unterstützen.
Am Donnerstag wird Trump zunächst mit Xi in der Großen Halle des Volkes zusammentreffen. Für Freitag sind weitere Gespräche im Pekinger Regierungsviertel Zhongnanhai geplant, das als Machtzentrum der chinesischen Führung gilt.
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