US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben mehr als 1,4 Milliarden US-Dollar mit Kryptowährungen verdient. Das geht aus seiner neuen Vermögenserklärung hervor, die am Dienstag beim Office of Government Ethics veröffentlicht wurde. Besonders lukrativ waren demnach die Geschäfte rund um die Familienfirma World Liberty Financial sowie der Verkauf des $TRUMP-Memecoins.
Die knapp 1000 Seiten umfassende Offenlegung zeigt zugleich einen grundlegenden Wandel in Trumps Vermögen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters stammt inzwischen der Großteil seiner Einnahmen aus dem Kryptogeschäft. Noch vor wenigen Jahren hatte Trump Kryptowährungen öffentlich als Betrugsmasche kritisiert.
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Fast 800 Millionen US-Dollar über World Liberty Financial
Nach den Unterlagen erzielten Trumps Unternehmen knapp 800 Millionen US-Dollar mit World Liberty Financial, einem Kryptounternehmen, das der Präsident gemeinsam mit seinen Söhnen gegründet hat. Darin enthalten sind laut Finanzbericht mehr als 520 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Krypto-Token sowie weitere 250 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf von Unternehmensanteilen. Die Einnahmen werden innerhalb der Familie aufgeteilt, berichtet Reuters. Hinzu kamen laut Offenlegung rund 635 Millionen US-Dollar aus dem Verkauf des $TRUMP-Memecoins.
Wie rasant das Geschäft gewachsen ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: In seiner Vermögenserklärung für 2024 hatte Trump aus World Liberty lediglich rund 57 Millionen US-Dollar ausgewiesen. Binnen eines Jahres stiegen die gemeldeten Einnahmen damit auf fast 800 Millionen US-Dollar.
Reuters schätzt, dass die Trump-Familie seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus Anfang 2025 insgesamt mindestens 2,3 Milliarden US-Dollar mit kryptobezogenen Projekten verdient hat.
Regierung fördert Branche – Weißes Haus weist Kritik zurück
Seit seinem Amtsantritt hat Trump mehrere Maßnahmen umgesetzt, die von der Kryptobranche positiv aufgenommen wurden. Dazu gehören neue Bundesregeln für sogenannte Stablecoins sowie eine deutlich zurückhaltendere Aufsicht durch das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC, berichtet Reuters.
Das Weiße Haus weist deshalb Vorwürfe möglicher Interessenkonflikte zurück. Sprecherin Anna Kelly erklärte laut Reuters: „Weder der Präsident noch seine Familie haben jemals Interessenkonflikte gehabt oder werden solche eingehen.“ Trump habe die USA durch seine Politik zur „Krypto-Hauptstadt der Welt“ gemacht. Alle Entscheidungen der Regierung würden ausschließlich im Interesse der amerikanischen Bevölkerung getroffen.
Das Weiße Haus verweist zudem darauf, dass Trumps geschäftliche Interessen von seinen Kindern verwaltet werden. Reuters weist allerdings darauf hin, dass der Präsident wirtschaftlicher Begünstigter des Treuhandvermögens bleibt, in das die Einnahmen fließen.
Ethikexperte: „Diese Normen sind völlig aus dem Fenster“
Der frühere kommissarische Leiter des Office of Government Ethics, Don Fox, sieht die Entwicklung kritisch. Präsidenten und Vizepräsidenten seien zwar von den Bundesgesetzen zu Interessenkonflikten ausgenommen. Seit dem Watergate-Skandal hätten ihre Amtsvorgänger ihre Finanzen jedoch grundsätzlich so organisiert, als würden diese Regeln auch für sie gelten.
„Mit Trump sind diese Normen völlig aus dem Fenster“, sagte Fox Reuters. Der Fall zeige aus seiner Sicht, dass strengere gesetzliche Regeln für die Vermögensanlagen von Präsidenten und Vizepräsidenten notwendig seien.
Trumps Golfplätze und Resorts bringen weiter Hunderte Millionen ein
Obwohl Kryptowährungen inzwischen Trumps wichtigste Einnahmequelle sind, verdienen seine klassischen Unternehmen weiterhin viel Geld. Nach den Unterlagen stiegen die Erlöse seiner Golfclubs und Resorts 2025 um rund 15 Prozent auf etwas mehr als 500 Millionen US-Dollar. Allein sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida brachte laut Finanzbericht 77 Millionen US-Dollar ein, nach 50 Millionen US-Dollar im Vorjahr. Auch sein Golfclub in West Palm Beach legte deutlich zu, während die Einnahmen des Golfplatzes in Los Angeles zurückgingen.
Zusätzlich meldete Trump laut Reuters mehr als 80 Millionen US-Dollar aus Vergleichen mit mehreren Medienunternehmen sowie rund 52 Millionen US-Dollar aus der Vergabe seines Namens an Immobilienprojekte im Ausland, vor allem im Nahen Osten.
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