Iran-Krieg

Trump: „Wenn der Oman sich in den Weg stellt, bombardieren wir ihn in Grund und Boden“

Der Oman verhandelt mit dem Iran über die Straße von Hormus, die USA führen parallel eigene Gespräche. Kurz vor Fristablauf droht Trump nun mit militärischer Gewalt.

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US-Präsident Donald Trump droht dem Oman.

US-Präsident Donald Trump droht dem Oman.

© Bonnie Cash/imago

US-Präsident Donald Trump hat dem Oman mit einem Bombenangriff gedroht, sollte sich das Golf-Sultanat nach seiner Darstellung den Plänen Washingtons im Konflikt mit dem Iran in den Weg stellen. Die ungewöhnlich scharfe Drohung richtete sich damit gegen einen langjährigen strategischen und militärischen Partner der Vereinigten Staaten.

„Wenn der Oman sich in den Weg stellt, werden wir das Land in Grund und Boden bombardieren“, sagte Trump in einem Telefoninterview mit dem Fox-News-Reporter Trey Yingst. Im englischen Original verwendete der Präsident eine vulgäre Formulierung: „If Oman gets in the way, we'll bomb the shit out of them.“ Reuters, BBC, CNN und weitere internationale Medien berichteten über die Äußerung.

Die Drohung fällt in einen entscheidenden Moment der Verhandlungen über die Straße von Hormus. Der Oman führt eigene Gespräche mit dem Iran über eine Regelung für den Schiffsverkehr durch die Meerenge. Die USA versuchen zugleich, in separaten Verhandlungen mit Teheran eine umfassendere Vereinbarung zu erreichen.

Straße von Hormus: Iran und Oman verhandeln über neue Route

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei, erklärte am Montag, Teheran und Maskat hätten sich über die Streckenführung für Schiffe durch die Straße von Hormus verständigt. Einzelheiten würden noch ausgearbeitet, bevor eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht werde. Die Angaben wurden zunächst von iranischer Seite gemacht.

Bereits Anfang August hatten beide Länder Fortschritte gemeldet. Das omanische Außenministerium bezeichnete die Verhandlungen damals laut Reuters als „positiv und konstruktiv“ und warnte vor Handlungen, die die Gespräche und die bisher erzielten Fortschritte gefährden könnten. Der Iran hatte erklärt, eine neue Schifffahrtsroute durch die Meerenge stehe kurz vor einer Einigung.

Genau diese Gespräche stoßen in Washington auf Misstrauen. Nach Reuters-Informationen könnte eine Vereinbarung Teheran erheblichen Einfluss darauf geben, welche Schiffe in den Persischen Golf einfahren. US-Vertreter hatten wiederholt erklärt, eine iranische Kontrolle über den Zugang zu der für die Energieversorgung wichtigen Wasserstraße nicht akzeptieren zu wollen.

Oman ist seit Jahrzehnten enger Sicherheitspartner der USA

Trumps Drohung ist auch wegen der Beziehungen zwischen Washington und Maskat bemerkenswert. Die USA und der Oman unterhalten seit Jahrzehnten enge Sicherheitsbeziehungen. Bereits 1980 schlossen beide Länder ein militärisches Kooperationsabkommen, das später erneuert wurde. Seit einem Abkommen von 2019 erhalten US-Streitkräfte zudem Zugang zu Einrichtungen und Häfen in Salalah und Duqm. Das US-Außenministerium bezeichnet die Beziehungen als eine der ältesten Partnerschaften Washingtons im Nahen Osten.

Der Oman verfolgt zugleich traditionell eine vergleichsweise eigenständige Außenpolitik und tritt immer wieder als Vermittler zwischen den USA und dem Iran auf. Auch die indirekten amerikanisch-iranischen Gespräche vor Beginn des gegenwärtigen Krieges wurden von Maskat vermittelt.

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Es ist nicht das erste Mal, dass Trump den Oman wegen der Straße von Hormus militärisch droht. Bereits Ende Mai stellte er Gewalt in Aussicht, falls das Sultanat gemeinsam mit dem Iran eine Regelung durchsetzt, die Teheran Einfluss auf den Schiffsverkehr durch die Meerenge verschafft. „Oman wird sich benehmen, oder wir müssen sie in die Luft jagen“, sagte Trump damals bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus.

Trump fordert den Iran zur Kapitulation auf

Parallel zur Drohung gegen den Oman verschärfte Trump auch seine Rhetorik gegenüber Teheran. Der Iran solle die „weiße Fahne der Kapitulation“ hissen, sagte er Fox News. Am Montag lief zugleich die im Juni vereinbarte Frist von 60 Tagen aus, innerhalb derer Washington und Teheran eine umfassendere Vereinbarung aushandeln wollten. Die damalige Absichtserklärung sah ein Ende der militärischen Operationen und anschließende Verhandlungen unter anderem über das iranische Atomprogramm vor. Die Waffenruhe zerbrach jedoch kurz darauf.

Seit Beginn der gemeinsamen Angriffe der USA und Israels auf den Iran Ende Februar ist die Straße von Hormus weitgehend für den normalen Schiffsverkehr blockiert. Vor dem Krieg wurden durch die Meerenge rund 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggasversorgung transportiert.

Zuletzt ging der Verkehr noch einmal deutlich zurück. Nach von Reuters ausgewerteten Daten des Analyseunternehmens Kpler passierten am Samstag fünf Frachtschiffe die Meerenge, am Sonntag wurde kein entsprechender Transit registriert. Am Wochenende zuvor waren es noch 31 gewesen.

Trump erklärte unterdessen, er stehe bei einem Ende des Krieges nicht unter Zeitdruck. Die bevorstehenden Zwischenwahlen im November hätten „nichts mit meinem Denken zu tun“, sagte er Fox News. Als oberstes Ziel nannte er erneut, zu verhindern, dass der Iran in den Besitz einer Atomwaffe gelangt.

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