Ukrainekrieg

„Ich habe es satt“: Trump sagt, Selenskyj bekommt nichts hin

Laut Donald Trump macht es der ukrainische Präsident „einem sehr schwer, einen Deal auszuhandeln“.

3 Min
US-Präsident Donald Trump greift erneut Selenskyj an.

US-Präsident Donald Trump greift erneut Selenskyj an.

© Win McNamee/AFP

US-Präsident Donald Trump hat dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj entscheidende Verhandlungsfähigkeiten für eine Friedenslösung im Ukrainekrieg abgesprochen. In einem Interview mit Brian Kilmeade von Fox News Radio sagte Trump: „Also, um ehrlich zu sein, halte ich es nicht für sehr wichtig, dass er an Treffen teilnimmt [...] Er macht es einem sehr schwer, einen Deal auszuhandeln.“ Selenskyj habe drei Jahre lang an Meetings teilgenommen, „aber er hat nichts hinbekommen“, so Trump weiter.

Der US-Präsident warf Joe Biden und Selenskyj vor, dass sie mit Moskau nicht richtig verhandelt hätten. Beide hätten laut Trump die falschen Worte gewählt. Trump beobachte Selenskyj seit Jahren, „während seine Städte zerstört, seine Leute getötet und seine Soldaten dezimiert werden“. Bei Verhandlungen habe der ukrainische Präsident „keine Karten“ in der Hand, sodass einem „übel“ werden kann, so Trump. Er fügte hinzu: „Ich habe es satt“.

Die Aussagen passen nicht zudem, was der US-Sondergesandte für die Ukraine, Keith Kellogg, am Freitag sagte. Er lobte Selenskyj nach seinem Treffen in Kiew und bezeichnete ihn als „umkämpften und mutigen Führer einer Nation im Krieg“. Die Gespräche mit ihm seien positiv gewesen.

Trump: Man hätte Putin den Angriff auf die Ukraine leicht ausreden können

Trump erkannte in dem Fox-Interview an, dass Russland der Aggressor in dem Konflikt gegen die Ukraine ist. „Sie wurden von jemandem angegriffen, der viel größer und viel stärker ist, was etwas Schlimmes ist und was man nicht tut“, sagte Trump in dem Interview. Zudem habe es seiner Meinung nach für Russland eigentlich gar keinen Grund gegeben, die Ukraine anzugreifen.

Der US-Präsident unterstellte in dem Fox-Interview, es wäre leicht möglich gewesen, den russischen Präsidenten Wladimir Putin von dem Angriff abzuhalten. „Man hätte ihm das sehr leicht ausreden können“, sagte Trump. Sein Amtsvorgänger Biden haben die falschen Worte gewählt, Selenskyj habe ebenfalls die falschen Worte gewählt. Die europäischen Staaten hätten ebenfalls drei Jahre lang nichts getan.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

Warum ist Trump sauer auf Selenskyj?

Die Ukraine hatte in der zurückliegenden Woche einen aus US-Sicht bereits fertig ausgehandelten Deal zum US-Zugang auf in der Ukraine lagernde Seltene Erden und andere Rohstoffe platzen lassen. Der US-Präsident kritisierte, dass Selenskyj lieber geschlafen habe, als sich mit dem US-Finanzminister Scott Bessent zu treffen, um den vom Weißen Haus vorgeschlagenen Mineralrechte-Deal zu besprechen. „Selenskyj schlief und war nicht für ein Treffen mit ihm verfügbar“, sagte Trump gegenüber Reportern an Bord der Air Force One.

Der Finanzminister sei „viele Stunden mit dem Zug gereist, was eine gefährliche Reise ist“, fügte Trump hinzu und bezeichnete den gesamten Besuch als sinnlos, da die Ukrainer „Nein“ zu dem Deal gesagt hätten, wonach Amerika 50 Prozent der Seltenen Erden des Landes erwerben soll. Die USA verlangen die Rechte als Gegenleistung für die bisherige militärische Unterstützung, die Trump mittlerweile mit 350 Milliarden Euro beziffert hat.

Anschließend begann Trump, auf mehreren Kanälen über Selenskyj zu schimpfen. Unter anderem nannte er den ukrainischen Präsidenten einen „Diktator“, der sich weigere, Wahlen in seinem Land abzuhalten. Selenskyjs Amtszeit war im Mai 2024 offiziell zu Ende gegangen, wegen des Kriegsrechts dürfen in der Ukraine derzeit aber keine Wahlen abgehalten werden.


Empfehlungen aus dem BLZ-Ticketshop:

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner