US-Präsident Donald Trump unterstützt nach eigenen Angaben einen möglichen Exportstopp für Diesel. „Ich habe gesagt, wir sollten den Diesel nicht exportieren. Wir produzieren viel Diesel … Ich habe meine Leute dazu aufgerufen“, sagte er laut der Nachrichtenagentur Reuters am Dienstag.
US-Finanzminister Scott Bessent bestätigte laut Bloomberg, dass die Regierung derzeit prüft, ob ein solcher Schritt angesichts der vorhandenen Raffineriekapazitäten umsetzbar wäre. Dabei werde sowohl ein vollständiges als auch ein teilweises Exportverbot untersucht. Wann und auf welchem Weg eine solche Maßnahme umgesetzt werden könnte, ist demnach noch offen.
Trump drängt Selenskyj zu Stopp von Angriffen auf russische Raffinerien – Bericht
Steigende Dieselpreise in den USA
Hintergrund sind die stark gestiegenen Dieselpreise in den USA. Nach Angaben des Automobilclubs AAA lag der durchschnittliche US-Dieselpreis am Dienstag bei einem Rekordwert von 6,53 Dollar je Gallone, wie die Financial Times berichtet. Seit Beginn des Kriegs mit Iran Ende Februar seien die Preise damit um mehr als 70 Prozent gestiegen.
Die Forderungen nach einem Exportstopp kommen vor den US-Kongresswahlen am 3. November. Mehrere republikanische Politiker fordern einen solchen Exportstopp, berichtet Reuters. Der Mehrheitsführer im US-Senat, John Thune, erklärte laut Bloomberg, er sei offen dafür, einen Diesel-Exportstopp zu prüfen.
US-Dieselexporte nach Europa
Ein möglicher Exportstopp könnte auch Auswirkungen auf Europa haben. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens Kpler sind die US-Dieselexporte nach Europa seit Beginn des Iran-Kriegs im Durchschnitt um fast 50 Prozent gestiegen, im August hätten sie mit mehr als 506.000 Barrel pro Tag einen Rekordwert erreicht, berichtet die Financial Times. Auch Reuters verweist darauf, dass Europa strukturell zu wenig Diesel produziert und stark auf US-Lieferungen angewiesen ist.
Laut Bloomberg stiegen die US-Dieselexporte im vergangenen Monat auf einen wöchentlichen Rekordwert von fast zwei Millionen Barrel pro Tag. Ein Stopp oder auch eine Einschränkung der Ausfuhren würde demnach Abnehmer in Europa und Lateinamerika auf der Suche nach alternativen Lieferanten vor zusätzliche Probleme stellen.
Kritik an möglichem Diesel-Exportstopp
Innerhalb der US-Regierung gibt es allerdings unterschiedliche Einschätzungen. Energieminister Chris Wright warnte laut Reuters, ein Exportverbot könne dazu führen, dass US-Raffinerien ihre Produktion drosseln. „Wenn man anfängt, den Warenfluss zu behindern, wird man die Produktion ziemlich schnell reduzieren, und das Angebot wird geringer. Wir brauchen mehr Angebot, nicht weniger“, sagte er demnach.
Auch in der US-Ölindustrie gibt es kritische Stimmen. Der Präsident des texanischen Öl- und Erdgasindustrieverbands TXOGA, Todd Staples, sagte Reuters zufolge, ein Exportverbot könnte „inländische Arbeitsplätze vernichten, zu Treibstoffknappheit im Inland führen und China und Russland Macht verleihen, indem es unsere Verbündeten zwingt, sich an diese Länder zu wenden, um ihren Bedarf zu decken“.
Trump äußerte sich laut Bloomberg am Rande der UN-Generalversammlung zu dem möglichen Diesel-Exportstopp. Er sagte zudem, er und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj würden über die ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien sprechen. Ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien seien „ein schwerer Schlag für die Russen“, aber auch für den Dieselpreis, sagte Trump laut Reuters.
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