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„Super Intelligence“: Trumps neuer KI-Begriff löst Domain-Boom in Slowenien aus

Donald Trump will Künstliche Intelligenz künftig „Super Intelligence“ nennen. Seit seinem Vorstoß werden in Slowenien an einem Tag mehr „.si“-Domains registriert als im ganzen Monat zuvor.

Alexander Schmalz Sophie Barkey
3 Min
US-Präsident Donald Trump spricht am 29. September nach einem Treffen mit Technologiechefs zum Thema Künstliche Intelligenz mit Journalisten.

US-Präsident Donald Trump spricht am 29. September nach einem Treffen mit Technologiechefs zum Thema Künstliche Intelligenz mit Journalisten.

© Matt Kaminsky/imago

Donald Trumps Versuch, Künstliche Intelligenz sprachlich neu zu etikettieren, hat mehrere Tausend Kilometer entfernt einen unerwarteten Nebeneffekt. Seit der US-Präsident für den Begriff „Super Intelligence“ und die Abkürzung SI wirbt, steigt die Nachfrage nach Internetadressen mit der Endung .si stark an. Dabei handelt es sich um die nationale Internet-Endung Sloweniens.

Wie die slowenische Vergabestelle Register.si aktuell ausweist, wurden allein innerhalb von 24 Stunden 3744 neue .si-Domains registriert. Im gesamten Vormonat waren es dagegen 3515. Register.si spricht selbst von einem starken Anstieg der Registrierungen und erklärt, die Diskussion über eine neue Bezeichnung für Künstliche Intelligenz habe das Interesse in den vergangenen Tagen angeheizt.

Trump: „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“

Trump hatte zunächst am 19. September in sozialen Netzwerken verschiedene Alternativen zu „Artificial Intelligence“ ins Spiel gebracht. Darunter befand sich auch „Superior Intelligence“. Bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung am 22. September legte er sich dann auf „Super Intelligence“ fest.

Das Weiße Haus zitierte Trump anschließend mit der Ankündigung, Künstliche Intelligenz solle in den USA fortan offiziell „Super Intelligence“ heißen. Er begründete den Vorstoß damit, dass das Wort „artificial“ die Technologie künstlich oder unecht erscheinen lasse. In der offiziellen Zusammenfassung der UN-Rede heißt es entsprechend, die USA würden künftig von „Super Intelligence“ sprechen.

Die neue Wortwahl ist inzwischen auch in offiziellen Regierungsdokumenten angekommen. In einer am 29. September unterzeichneten Anordnung zum neuen US-Regierungsportal America.gov verwendet das Weiße Haus ausdrücklich den Begriff „super intelligence“. Auch bei den jüngsten Gesprächen mit Chinas Präsident Xi Jinping vereinbarten beide Seiten nach Angaben des Weißen Hauses, für entsprechende Technologien den Begriff „Super Intelligence“ statt „Artificial Intelligence“ zu verwenden.

Sloweniens .si-Domain wird plötzlich begehrt

Die Vergabestelle reagierte bereits mit einem ungewöhnlichen Hinweis. In einer Mitteilung empfiehlt Register.si Unternehmen, Markeninhabern und Besitzern bekannter Slogans, die noch keine passende .si-Adresse besitzen, eine Registrierung möglichst früh zu prüfen. Trotz der stark gestiegenen Zahl der Anfragen liefen die Systeme bislang störungsfrei.

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Von einem automatischen Millionenregen für Slowenien könne allerdings keine Rede sein. Register.si verlangt von den angeschlossenen Registraren zehn Euro pro Registrierung. Den Preis für Endkunden legen die jeweiligen Anbieter selbst fest. Die Behörde widerspricht deshalb ausdrücklich Spekulationen über riesige Zusatzeinnahmen des Staates.

Anguilla verdient Millionen mit der Endung .ai

Wie wertvoll eine zufällig passende Länderendung werden kann, zeigt allerdings ein anderes Beispiel. Die Karibikinsel Anguilla besitzt die Internet-Endung .ai – genau die international gebräuchliche Abkürzung für Artificial Intelligence.

Nach Angaben des Internationalen Währungsfonds stieg die Zahl der registrierten .ai-Adressen von 144.000 im Jahr 2022 auf 354.000 Ende 2023. Allein 2023 nahm Anguilla dadurch rund 32 Millionen US-Dollar ein. Das entsprach etwas mehr als einem Fünftel der gesamten Staatseinnahmen. Für 2024 schätzte der IWF die Einnahmen aus den Domains sogar auf umgerechnet rund 39 Millionen US-Dollar.

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