US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass China möglicherweise Waffen oder andere Kriegsgüter an den Iran liefern könnte. „Wir haben gestern ein Schiff abgefangen, das einiges geladen hatte, was nicht sehr schön war“, erklärte er in einem Interview mit dem Sender CNBC am Dienstag. „Vielleicht ein Geschenk von China, ich weiß es nicht.“
Trump fügte hinzu, er sei daraufhin „etwas überrascht“ gewesen. „Ich habe ein sehr gutes Verhältnis und dachte, ich hätte eine Übereinkunft mit Präsident Xi“, sagte er. „Aber das ist schon in Ordnung. So läuft das im Krieg, nicht wahr?“ Weitere Details, etwa welche Güter das Boot transportierte, nannte er nicht. Das Weiße Haus reagierte laut Bloomberg nicht unmittelbar auf eine Anfrage.
China weist „böswillige“ Verbindungen zu iranischem Schiff zurück
Das Pentagon hatte am Dienstag erklärt, einen Öltanker geentert zu haben, der laut AP wegen des Transports von iranischem Öl mit Sanktionen belegt worden war. Zudem hatten die USA am Wochenende ein unter iranischer Flagge fahrendes Containerschiff beschlagnahmt. Das Schiff hatte Güter an Bord, die Washington als Dual-Use einstuft und daher vom Militär eingesetzt werden könnten, berichtete Reuters unter Berufung auf maritime Quellen.
Die ehemalige US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen Nikki Haley hatte daraufhin auf X erklärt, das Schiff sei auf dem Weg von China nach Iran gewesen und stehe „im Zusammenhang mit Chemikalienlieferungen für Raketen“. Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Guo Jiakun, reagierte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua darauf und sagte, China lehne „jede böswillige Verbindung“ mit dem Schiff ab.
Außerdem berichtete CNN Mitte April unter Berufung auf mehrere Quellen, dass China sich laut US-Geheimdiensterkenntnissen möglicherweise darauf vorbereite, neue Luftverteidigungssysteme an den Iran zu liefern. Trump sagte laut CNBC, dass er chinesische Lieferungen von Flugabwehrraketen an den Iran bezweifle, drohte jedoch mit Zöllen in Höhe von 50 Prozent, sollten sich derartige Berichte bestätigen.
Trump-Xi-Treffen geplant
Die chinesische Botschaft in Washington betonte laut Bloomberg, das Land gehe mit dem Export militärischer Güter „umsichtig und verantwortungsvoll“ um und kontrolliere die Ausfuhr von Gütern mit doppeltem Verwendungszweck streng. Trump sagte laut Bloomberg Anfang des Monats in einem Interview mit Fox Business, Xi habe ihm in einem Briefwechsel versichert, dass China keine Waffen an den Iran liefere.
Die USA blockieren seit Mitte April Schiffe, die die Straße von Hormus von und zu iranischen Häfen passieren wollen. Nach Angaben des US-Zentralkommandos Centcom wurden bislang 28 Schiffe zur Umkehr gezwungen. Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi bezeichnete die Blockade als „Kriegsakt“, der die Waffenruhe zwischen seinem Land und den USA verletze.
Trump und Xi sollen sich Mitte Mai in Peking treffen. Ein ursprünglich für April geplantes Treffen war wegen des Iran-Kriegs verschoben worden.
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