Fußball

TV-Geld in 1. und 2. Bundesliga: Leipzig kriegt zehnmal so viel wie Energie Cottbus

Während RB Leipzig und die Top-Klubs im TV-Geld schwimmen, knabbert Energie Cottbus am Minimum. So verteilt die DFL die Millionen-Erlöse.

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Für den FC Energie Cottbus und Trainer „Pele“ Wollitz bleibt von den TV-Geldern nur der kleinste Teil übrig.

Für den FC Energie Cottbus und Trainer „Pele“ Wollitz bleibt von den TV-Geldern nur der kleinste Teil übrig.

© Friso Gentsch/dpa

Von den rund 1,1 Milliarden Euro, die die Deutsche Fußball Liga (DFL) aus der Vermarktung der TV-Rechte der 1. und 2. Bundesliga erlöst, bleibt für die ostdeutschen Traditionsklubs nur verhältnismäßig wenig übrig. Während sich RB Leipzig und die großen Teams der Bundesliga über große Summen freuen können, müssen sich Cottbus, Dresden und Magdeburg mit einem Bruchteil dessen begnügen. Ein Blick auf die nackten Zahlen zeigt die gewaltige Kluft im deutschen Profifußball.

Cottbus bekommt am wenigsten

Ganz am unteren Ende der Nahrungskette steht Zweitliga-Aufsteiger Energie Cottbus. Gerade einmal 7,48 Millionen Euro spült die zentrale TV-Vermarktung den Lausi­tzern vor dem Saisonstart in die Kasse.

Kaum üppiger fällt der Obolus für die anderen Ost-Klubs aus: Dynamo Dresden streicht 8,8 Millionen Euro ein, und auch beim 1. FC Magdeburg reicht es mit 9,8 Millionen Euro noch nicht für eine zweistellige Millionensumme.

Auch der 1. FC Magdeburg und Trainer Petrik Sander schauen bei den TV-Geldern in die Röhre.

Auch der 1. FC Magdeburg und Trainer Petrik Sander schauen bei den TV-Geldern in die Röhre.

© Philipp von Ditfurth/dpa

Geldsegen für RB Leipzig

Einen Geldsegen erhält wiederum RB Leipzig. Die „roten Bullen“ kassieren satte 72,8 Millionen Euro aus den Medieneinnahmen – fast das Zehnfache des Betrags von Energie Cottbus und ein Unterschied von beinahe 63 Millionen Euro. Selbst im Vergleich zum 1. FC Union Berlin, der als bester Ost-Klub im klassischen Ligabetrieb 59,6 Millionen Euro einstreicht, spielt Leipzig finanziell in einer anderen Liga.

Und der abgestürzte Berliner Rivale Hertha BSC? Der muss in der 2. Bundesliga mit mageren 16,8 Millionen Euro kleinere Brötchen backen. Spitzenreiter in der 2. Bundesliga ist der VfL Wolfsburg mit 24,137 Millionen Euro.

Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff darf sich über die neuen TV-Gelder freuen.

Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff darf sich über die neuen TV-Gelder freuen.

© Christian Charisius/dpa

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Dass es nach oben hin noch steiler wird, versteht sich von selbst. Ganz oben thront wie gewohnt der FC Bayern München. Der Branchenprimus kassiert aus den TV-Töpfen rund 92,3 Millionen Euro und führt das Ranking vor Borussia Dortmund (83,7 Millionen) und Bayer Leverkusen (81,3 Millionen) an.

Wie der Geldkuchen verteilt wird

Doch wie kommt diese gewaltige Schieflage eigentlich zustande? Die DFL verteilt insgesamt 1,121 Milliarden Euro an nationalen TV-Einnahmen pro Saison unter den 36 Profiklubs der 1. und 2. Bundesliga, wobei ab dieser Saison erst einmal 50 Millionen Euro für zentrale Investitionen abgezweigt werden.

Der Verteilungsschlüssel ist ein kompliziertes Regelwerk, das vor allem die Etablierten belohnt: 50 Prozent der Gelder werden als Sockelbetrag zwar gleichmäßig an die Vereine der jeweiligen Liga ausgeschüttet. Aber ganze 43 Prozent richten sich stramm nach den sportlichen Leistungen der vergangenen fünf Spielzeiten in den beiden obersten Ligen.

Genau da liegt die Krux für Klubs wie Energie Cottbus: Wer jahrelang in der 3. Liga oder der Regionalliga kickte, geht bei der Fünfjahreswertung leer aus. Der Aufstieg bringt zwar die ersehnte Rückkehr ins Unterhaus, aber in der TV-Geld-Tabelle fängt man ganz unten an.

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