Bei der U16-Wahl zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern haben die meisten jungen Menschen für die AfD oder die Linke gestimmt. Die AfD erhielt 33,3 Prozent der Stimmen, die Linke 25,3 Prozent, wie der Landesjugendring mitteilte. Es folgen die SPD mit 14,2 Prozent und die Grünen mit 8,1 Prozent.
Mehr als 50 Prozent für Linke und Grüne: Die U16-Wahl zeigt, wie Berlins Jugend tickt
Die CDU kam bei den unter 16-Jährigen auf 3,9 Prozent, die Tierschutzpartei auf 3,6 Prozent, das BSW auf 2,9 Prozent und die FDP auf 1,8 Prozent. Auf sonstige Parteien entfielen 6,8 Prozent der Stimmen.
„Die Jugend will Veränderung“, sagte die Geschäftsführerin des Landesjugendringes, Ina Bösefeldt, bei der Vorstellung der Ergebnisse. Junge Menschen stünden unter erheblichem Druck durch psychische Belastungen, multiple Krisen und fehlende Selbstwirksamkeit. „Viele erleben, dass ihre Perspektiven und Interessen von der Politik nicht ausreichend wahr- und ernst genommen werden.“
Die Ergebnisse überraschten nicht, sagte Kassandra Engel von der Landesarbeitsgemeinschaft Jugendarbeit. Junge Menschen teilten längst die gleichen Ängste wie Erwachsene, fänden Antworten aber häufig in sozialen Medien. Gerade die AfD spreche dort junge Menschen an. Nötig sei Demokratieförderung, auch im digitalen Raum.
AfD auch in Umfragen zur Landtagswahl vorn
Die U16-Wahl zeichnet ein teils anderes Bild als aktuelle Umfragen zur Landtagswahl am 20. September. In einer Befragung von Infratest dimap im Auftrag der ARD kam die AfD auf 38 Prozent, die SPD auf 33 Prozent. Die CDU lag bei 7 Prozent, die Linke bei 9 Prozent, die Grünen bei 5 Prozent und das BSW bei 4 Prozent.
An der U16-Wahl beteiligten sich vom 7. bis 11. September nach Angaben des Landesjugendrings rund 1.500 Kinder und Jugendliche in 51 Wahllokalen – etwa 120 mehr als bei der U18-Wahl vor fünf Jahren. Damals war die SPD mit 20,5 Prozent stärkste Kraft geworden. Die bevorstehende Landtagswahl ist die erste in Mecklenburg-Vorpommern, bei der Menschen bereits ab 16 Jahren wählen dürfen. (mit dpa)
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