Er ist bekannt für seine Rekorde und lockt jedes Jahr Zehntausende in die Stadt: Zum 52. Mal findet der weltweit beachtete Berlin-Marathon statt. 1974 mit lediglich 286 Anmeldungen zum ersten Mal gestartet, werden am Wochenende mehr als 56.000 Athletinnen und Athleten erwartet.
Den Auftakt machen der 5-Kilometer-Lauf sowie der Inline-Skating-Marathon am Samstag. Nachdem am Sonntag um 8.20 Uhr die Handbiker und um 8.26 Uhr die Rollstuhlfahrer starten, beginnen ab 8.45 in mehreren Wellen die Läufer. Der Start befindet sich im Tiergarten zwischen Brandenburger Tor und Kleinem Stern in Richtung Westen, von Osten werden die Sportler 42,195 Kilometer später durchs Brandenburger Tor ins Ziel einlaufen.
Das Großevent lockt auch berühmte Leistungsträger in die Hauptstadt: Darunter ist die Weltrekordlerin Tigst Assefa. Außerdem werden Gabriel Geay, der zu den 20 schnellsten Marathonläufern der Geschichte zählt, und der Gewinner von 2021, Guye Adola. Auch die Gewinnerin von 2025, Rosemary Wanjiru, und die deutsche Spitzen-Leichtathletin Esther Pfeiffer wollen antreten. Den Männern ist ein klarer Favorit genommen, da Sabastian Sawe verletzungsbedingt ausfällt. Er ist der erste Mensch, der einen offiziellen Marathon unter zwei Stunden gelaufen ist.
Wo die Strecke verläuft
Vom Tiergarten aus über den Ernst-Reuter-Platz laufen die Athleten nach Moabit. An der JVA Moabit entlang geht es über Hauptbahnhof, Rosenthaler Platz und Alexanderplatz nach Kreuzberg. Am Hermannplatz biegt die Strecke nach Westen ab und läuft über Gneisenau- und Goebenstraße zum Kleistpark. Von hier aus wird Wilmersdorf einmal umrundet, südlichster Punkt der Strecke ist der U-Bahnhof Breitenbachplatz. Über den Kurfürstendamm laufen die Teilnehmer zur Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche, anschließend vom Nollendorfplatz über Potsdamer Platz in Richtung Unter den Linden.
Verlauf der Marathonstrecke am Sonntag
© Grafik: Catalina Hildebrandt/BLZ
Welche Sperrungen wann zu beachten sind
Die Polizei ist von Freitagabend bis Sonntagnacht mit 3000 Beamten im Einsatz. Nicht nur die umfangreichen Streckensperrungen waren im Vorhinein geplant, es wurde außerdem eine Allgemeinverfügung erlassen, die eine Waffen- und Messerverbotszone rund um den Tiergarten vorsieht. Sie gilt am Samstag und Sonntag jeweils von 6 bis 17 Uhr. Einen Überblick über die derzeitigen und kommenden Sperrungen gibt die Verkehrsinformationszentrale.
Die Straße des 17. Juni zwischen Großem Stern und Brandenburger Tor ist bereits seit Montag gesperrt. Ab Donnerstag kommen weitere Sperrungen hinzu: Das Regierungsviertel sowie die Umgebung des Tiergartens (John-Foster-Dulles-Allee, Scheidemannstraße und Dorotheenstraße) sind dann nicht befahrbar.
Am Samstag und Sonntag richten sich die Sperrungen nach dem Verlauf des Marathons: Sukzessive werden die Strecken hinter dem letzten Läufer wieder freigegeben. Für eine genaue Fahrplanung eignet sich die interaktive Karte des Veranstalters. Kreuzen kann man die Sperrungen über die A100, den Tiergartentunnel und den Tunnel am Alexanderplatz. Bus und Tram werden auf 40 Linien beeinträchtigt sein. U- und S-Bahn sind hier nicht betroffen.
Waffen- und Messerverbotszone am Samstag und Sonntag, 26. bis 27. September 2026, jeweils 6 bis 17 Uhr.
© Polizei Berlin
Das Wochenende für Zuschauer
Ein erstes Highlight nicht nur für Läufer bildet die Eröffnungszeremonie am Freitagabend ab 18.15 Uhr. Am Brandenburger Tor werden Spitzenathletinnen und -athleten empfangen und auf das Event eingestimmt.
Am Marathontag selbst gibt es für Zuschauer besonders geeignete Spots. Nicht nur der Kurfürstendamm (Kilometer 33 bis 35) bietet eine abwechslungsreiche Umgebung. Auch das Regierungsviertel bietet sich für diejenigen an, die auch Sightseeing wollen (Kilometer 6 bis 7). Unter anderem auf der Torstraße (Kilometer 9 bis 10) werden mehrere Cheering Points eingerichtet. Zuletzt ist am Brandenburger Tor eine Tribüne aufgestellt, um den Zieleinlauf zu verfolgen.
Wer Angst hat, seine Angehörigen im Tumult zu verlieren, verabredet sich besser am Paul-Löbe-Haus. Dort ist ein Familientreffpunkt eingerichtet. Und wer gar nicht vor die Haustür will, schaut den Livestream vormittags auf RTL, oder verfolgt alles in der Marathon-App.
Ein besonderer Gast
Zwar fällt der Marathon diesmal nicht auf den Wahlsonntag, dafür jedoch auf den Internationalen Tag der Gehörlosen. Das nehmen die Veranstalter zum Anlass, die Zeichentrickfigur Papa Wutz mitlaufen zu lassen: Der Sohn von Papa Wutz, Schorsch, ist selbst mittelgradig schwerhörig und trägt ein Hörgerät.
„Papa Wutz setzt nicht nur ein Zeichen für Teilhabe, Bewegung und Inklusion, sondern sammelt wichtige Spenden“, heißt es auf der Seite des Veranstalters. Die Zeichentrickfigur habe im Vorfeld mit Thomas Eller trainiert, einem ebenfalls gehörlosen erfolgreichen Athleten. Auch Eller wird am Sonntag an den Start gehen.
Papa Wutz und Thomas Eller haben gemeinsam für den Marathon trainiert.
© Sabine Müsken/HASBRO Deutschland GmbH
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