Viele wollten es schon haben, das Gold der Bundesbank. Bereits Herbert Ehrenberg (SPD), Sozialminister in den Siebzigern, forderte den Verkauf, später griff Finanzminister Theo Waigel (CSU) nach dem Schatz zwecks Sanierung der Staatsfinanzen. Vor einigen Jahren wurde ein Goldverkauf zur Finanzierung der Oderflut-Schäden ins Auge gefasst, Roman Herzog (CDU) wollte mit ihm die Pflegeversicherung aufbessern. Stets hat sich die Bundesbank geweigert. Doch nun scheint ein Teil der Nicht-Mehr-Währungshüter in Frankfurt bereit zu sein, etwas von ihrem Gold herzugeben. Das ist sinnvoll, weil Gold als Devisenreserve für Deutschland nicht mehr viel Sinn hat.Lange ist es her, dass das gelbe Metall zwischen Geschäftsleuten als Materiatur des Reichtums galt. Dann begannen die Staaten damit, das Gold schrittweise durch Banknoten zu ersetzen. Diese bedruckten Papierzettel zogen zu Beginn ihre Gültigkeit als Zahlungsmittel noch aus der Tatsache, dass sie Anweisung auf eine bestimmte Menge Gold waren. Diese Goldeinlösepflicht gibt es schon lange nicht mehr. Das Gold spielt für den Zahlungsverkehr keine Rolle. Heute kursieren Zentralbanknoten weltweit als Geld und beziehen ihre Gültigkeit allein aus der Tatsache, dass die Staaten ihre Druckerzeugnisse wechselseitig als Geld anerkennen. Den Status einer Wertgarantie hat das Edelmetall verloren, und es wird ihn - solange das Weltfinanzsystem nicht zusammenbricht - auch nicht wieder erlangen.Zudem würde ein Goldverkauf den Preis des Metalls nicht gefährden - seit Monaten zieht die Goldnotierung an und die weltweite Nachfrage übersteigt aktuell ohnehin das Angebot. Und schließlich käme das Gold durch einen Verkauf dorthin, wo es hingehört: aus den Bundesbank-Tresoren zur Schmuckindustrie beziehungsweise - wie es ein Goldhändler jüngst ausdrückte - "zu den Damen".
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