Der Sondergesandte Donald Trumps für die Ukraine hat erklärt, Kiew sei bereit, de facto auf von Russland besetzte Gebiete zu verzichten, um den Krieg zu beenden. Das hätten ukrainische Vertreter ihm in der vergangenen Woche mitgeteilt, sagte Keith Kellogg in einem Interview mit Fox News. Trotz früherer Drohungen aus dem Weißen Haus erwarte er zudem nicht, dass der US-Präsident seine Friedensbemühungen aufgibt.
„Die Ukrainer haben bereits erklärt, dass sie bereit sind, das Land aufzugeben – nicht de jure, für immer, aber de facto, weil die Russen es tatsächlich besetzen. Dazu sind sie bereit, das haben sie mir letzte Woche gesagt“, sagte Kellogg am Mittwoch.
US-Außenminister Marco Rubio hatte am Dienstag erneut mit einem Ende der US-Vermittlungsbemühungen im Ukrainekrieg gedroht. Russland und die Ukraine müssten „konkrete Vorschläge“ für ein Ende des Krieges auf den Tisch legen, sagte seine Sprecherin. Sollte es weiterhin „keinen Fortschritt“ geben, „werden wir uns als Vermittler in diesem Prozess zurückziehen.“ Auf die Frage, ob die USA bereit seien, aus den Friedensgesprächen auszusteigen, antwortete Kellogg: „Ich glaube nicht“.
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Russland hält rund 20 Prozent der Ukraine besetzt
Größter Streitpunkt bei Gesprächen über eine mögliche Waffenruhe war zuletzt die 2014 von Russland annektierte Krim. Die Ukraine schließt bisher aus, die Halbinsel im Zuge eines Abkommens abzutreten. Trump hatte in einem am Freitag veröffentlichten Interview jedoch gesagt, die Krim „bleibt bei Russland“ und hinzugefügt: „Und Selenskyj versteht das.“ Russland beansprucht darüber hinaus vier weitere ukrainische Regionen für sich. Die russische Armee hält rund 20 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt.
Der russische Präsident Wladimir Putin empfängt den Sondergesandten von US-Präsident Trump, Steve Witkoff (l), zu einem Gespräch im Kreml.
© Pool Sputnik Kremlin
Auf die Frage der Moderatorin, ob die USA bereit seien, auf russische Gebietsansprüche einzugehen, antwortete Kellogg: „Teilweise ja.“ Er erklärte, die Ukrainer hätten signalisiert, dass sie zu einem solchen Schritt bereit seien – vorausgesetzt, es komme zu einem Waffenstillstand. Dies würde bedeuten, dass die derzeit von Russland kontrollierten Gebiete faktisch in dessen Händen bleiben.
Mitte April hatten die Äußerungen des Trump-Gesandten Steve Witkoff nach einem Treffen mit Wladimir Putin, der Schlüssel zum Frieden seien „fünf Gebiete“, in Kiew Empörung ausgelöst. „Alle Territorien gehören zum Einheitsstaat Ukraine“, betonte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Nur das ukrainische Volk entscheide über sein Staatsgebiet. „Und Sie wissen, dass dies für uns eine rote Linie ist – alle vorübergehend besetzten Gebiete nicht als ukrainisch, sondern als russisch anzuerkennen“, sagte der ukrainische Staatschef. Daher diskutieren diese Personen über Angelegenheiten, die über ihr Mandat hinausgehen, fügte Selenskyj hinzu, ohne Witkoff namentlich zu nennen.
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