Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine weitere Startrampe für das Luftabwehrsystem IRIS-T aus Deutschland erhalten. Die Lieferung erfolgte nach seinen Angaben am Freitag. Selenskyj dankte der Bundesregierung für die anhaltende Unterstützung und erklärte, durch westliche Luftverteidigung seien bereits „Tausende und Abertausende Leben“ gerettet worden.
Zugleich warnte der ukrainische Präsident vor der wachsenden Intensität russischer Angriffe. Allein in der vergangenen Woche habe Russland mehr als 2300 Kampfdrohnen, fast 1560 Gleitbomben und 108 Raketen verschiedener Typen gegen die Ukraine eingesetzt, schrieb Selenskyj auf der Plattform X.
Die neuen Angriffszahlen stützen Warnungen aus Kiew vor einer weiteren Eskalation. Selenskyj erklärte bereits am Freitag, ukrainische Geheimdienste hätten Hinweise auf einen bevorstehenden groß angelegten russischen Angriff erhalten.
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Selenskyj fordert weitere Raketen
Die Angriffe hätten sich gegen zivile Infrastruktur, Wohnhäuser und Energieanlagen gerichtet, erklärte der Präsident. Die Angaben konnten nicht unabhängig überprüft werden. Trotz der neuen Lieferung aus Deutschland brauche die Ukraine zusätzliche Raketen für ihre Luftverteidigungssysteme. Nur so könne die Fähigkeit erhalten werden, russische Angriffe wirksam abzuwehren, betonte Selenskyj.
Besonders wichtig sei der Ausbau der Abwehr gegen ballistische Raketen. Eine starke Luftverteidigung könne Russland einen entscheidenden militärischen Vorteil nehmen und die Bevölkerung besser schützen.
Bereits in der vergangenen Woche hatte Selenskyj die USA um zusätzliche Hilfe bei der Luftverteidigung gebeten. In einem Schreiben an US-Präsident Donald Trump und führende Kongressabgeordnete forderte er weitere Patriot-Raketen des Typs PAC-3 und zusätzliche Luftabwehrsysteme, da die Ukraine bei der Abwehr ballistischer Raketen nach eigenen Angaben weitgehend auf amerikanische Unterstützung angewiesen ist.
Ukraine greift erneut russische Ölanlagen an
Während die Ukraine ihre Luftabwehr verstärkt, setzt sie ihre Angriffe tief im russischen Hinterland fort. In der Nacht zum Sonntag wurden nach ukrainischen Medienberichten ein Öllager nahe Taganrog am Asowschen Meer sowie eine Raffinerie in Saratow an der Wolga mit Drohnen attackiert.
Der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bestätigte Schäden an ziviler Infrastruktur. Details nannte er nicht. Die betroffene Raffinerie gehört dem staatlichen Ölkonzern Rosneft, der von dem Putin-Vertrauten Igor Setschin geführt wird.
Auch der Gouverneur der Region Rostow bestätigte einen Brand in einem Öllager nahe Taganrog. Die Löscharbeiten dauerten am Sonntag an.
Drohnenkrieg erreicht neues Ausmaß
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums wurden in der Nacht mehr als 200 ukrainische Drohnen abgefangen. Die Angaben der Kriegsparteien lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Drohnenangriffe gehören inzwischen auf beiden Seiten zum Alltag des Krieges. Während Russland seine Angriffe auf ukrainische Städte und Energieanlagen zuletzt deutlich intensiviert hat, versucht Kiew zunehmend, die russische Öl- und Treibstoffversorgung sowie militärisch wichtige Infrastruktur im Hinterland zu treffen.
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