Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht zum Sonntag 95 ukrainische Drohnen abgefangen oder zerstört. Die unbemannten Flugkörper seien zwischen 20.00 Uhr Moskauer Zeit am Samstag und 07.00 Uhr am Sonntag über mehreren russischen Regionen, der Krim sowie über dem Schwarzen Meer abgewehrt worden, teilte das Ministerium über seinen Telegram-Kanal mit.
Betroffen waren demnach die Gebiete Belgorod, Brjansk, Kaluga, Kursk, Nowgorod, Rostow, Smolensk, Tula und Jaroslawl sowie die Region Krasnodar und das Moskauer Umland. Die Angaben wurden auch von den russischen Nachrichtenagenturen Interfax und TASS verbreitet.
Berichte über Treffer in besetzten Gebieten
Ukrainische Telegram-Kanäle und die proukrainische Untergrundbewegung Atesch meldeten am Sonntagmorgen mehrere Einschläge in von Russland besetzten Gebieten. Nach Angaben des Kanals Exilenova+ wurde das Kraftwerk Sujewo im Gebiet Donezk getroffen, dort sei ein Brand ausgebrochen. Auch in der Nähe der besetzten Stadt Tschystjakowe habe es Feuer gegeben, zudem sei Bahninfrastruktur beschädigt worden. Im Gebiet Luhansk seien ebenfalls Bahnanlagen sowie elektrische Umspannwerke getroffen worden. Auf der Krim meldete Atesch Explosionen in der Nähe eines Öldepots in Feodossija.
Der prokrainische Telegram-Kanal Krymskyj Weter berichtete von einem Brand am Öllager Semikolodjansk in der Ortschaft Jedi Quju. Auch aus Sewastopol, Dschankoj und später aus Simferopol seien Detonationen gemeldet worden.
Brjansk meldet Verletzte, Flughafen Sotschi wieder offen
Interfax meldete unter Berufung auf örtliche Behörden, einer der Grenzübergänge zwischen dem Gebiet Cherson und der Krim sei nach einem Drohnenangriff geschlossen worden. Bereits am Samstagabend waren nach russischen Angaben bei einem Drohnenangriff im Gebiet Brjansk vier Kinder und ein Erwachsener verletzt worden. Der Flughafen Sotschi nahm den Betrieb nach einer zeitweisen Schließung wieder auf.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte am 1. Juni erklärt, die ukrainischen Streitkräfte könnten inzwischen russische Militärlogistik nahezu in der ganzen Tiefe der besetzten Gebiete erreichen.
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