Der designierte US-Präsident Donald Trump lehnt den Einsatz von US-Langstreckenraketen gegen Ziele in Russland entschieden ab. Der 78-Jährige sagte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit dem Time Magazine, der Politikwechsel der Regierung Joe Biden habe den Krieg zwischen Russland und der Ukraine eskalieren lassen und „die Dinge verschlimmert“.
„Es ist verrückt, was passiert. Es ist einfach verrückt. Ich lehne es vehement ab, Raketen Hunderte von Meilen nach Russland zu schicken. Warum tun wir das?“, sagte Trump. „Wir eskalieren diesen Krieg nur und machen ihn noch schlimmer.“
Das Interview wurde Ende November geführt, nachdem der scheidende US-Präsident Biden der Ukraine Mitte November grünes Licht für den Einsatz von Raketen des Typs ATACMS gegeben hatte. Diese haben eine Reichweite von 300 Kilometern und können Ziele in Russland weiter hinter der Front treffen. Nach russischen Angaben setzte die ukrainische Armee die Raketen seither bereits mehrfach gegen Ziele in Russland ein.
US-Beamte: Russland vor erneutem Abschuss der Oreschnik-Rakete
Fast unmittelbar nach den ersten Angriffen auf russischem Boden drohte Wladimir Putin mit dem Einsatz einer neuen Art von Interkontinentalrakete gegen die Ukraine als Vergeltungsschlag. Der russische Präsident gab schließlich in einer Fernsehansprache bekannt, dass die Oreschnik-Rakete zum ersten Mal bei einem Angriff auf eine Waffenfabrik in der ukrainischen Stadt Dnipro eingesetzt worden sei und nun in Serienproduktion gehe.
US-Beamte warnten am Mittwoch, dass Russland möglicherweise den Abschuss einer weiteren Hyperschallrakete auf ukrainisches Territorium vorbereiten könnte.
Trump plant eine Abkehr von der bisherigen Ukrainepolitik Washingtons und ist ein Gegner der massiven US-Hilfen für die Ukraine. Seit dem Überfall Russlands im Februar 2022 waren die USA der wichtigste Unterstützer des Landes mit Milliardenbeträgen und Waffen.
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Putin: Russland könnte Oreschnik-Raketen in Belarus stationieren
Im Wahlkampf hatte Trump angekündigt, er werde den Ukrainekrieg rasch beenden. Vor kurzem kündigte er in einem anderen Interview bereits die Kürzung der US-Hilfen an. „Ich möchte eine Einigung erreichen, und die einzige Möglichkeit, eine Einigung zu erzielen, besteht darin, nicht aufzugeben“, sagte Trump in dem Interview mit dem Time Magazine.
Kritiker befürchten, dass die Ukraine mit dem Amtsantritt Trumps am 20. Januar und der dann ausbleibenden US-Unterstützung zu einem Deal mit Moskau und zur Abgabe russische besetzter Gebiete gezwungen werden dürfte.
Donald Trump wird zur Person des Jahres gekürt
Trump wurde vom Time Magazine zur Person des Jahres ernannt. Trump erhielt den Titel auch 2016, nach seinem ersten Sieg bei den Präsidentschaftswahlen, und reiht sich nun in einen erlesenen Kreis von Menschen ein, die zweimal gewählt wurden. Zu diesem Club gehören die letzten drei Präsidenten mit jeweils zwei Amtszeiten: Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama. Franklin D. Roosevelt ist der einzige Mensch, dem der Titel dreimal verliehen wurde.
Sein zweiter Wahlsieg sei „in mehrfacher Hinsicht geschichtsträchtig“, begründete das Magazin die Entscheidung. „Seit er 2015 als Präsidentschaftsbewerber antrat, hat vielleicht keine Person den Lauf der Politik und der Geschichte so sehr verändert wie Trump.“ Er wird der „älteste Präsident in der US-Geschichte“ sein und sein Amt im Alter von 78 Jahren und sieben Monaten zum zweiten Mal antreten. Als Biden 2021 seine Amtszeit begann, war er 78 Jahre und zwei Monate alt. (mit AFP)
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