In die Verhandlungen der US-Regierung mit Russland über ein Ende des Ukraine-Kriegs ist einem Bericht der New York Times zufolge auch ein milliardenschweres Ölgeschäft eingeflossen. Es gehe um Ölfelder, Raffinerien und Tankstellen des russischen Energiekonzerns Lukoil in zahlreichen Ländern, berichtete die Zeitung am Samstag. Die Nachrichtenagentur Reuters griff den Bericht auf.
Zweitgrößter Ölkonzern Russlands
Lukoil ist nach Rosneft der zweitgrößte Ölproduzent Russlands. Der 1991 gegründete Konzern förderte 2024 nach eigenen Angaben rund 80,4 Millionen Tonnen Öl und Kondensat. Das entspricht etwa zwei Prozent der weltweiten Ölproduktion. Raffiniert wurden 54,3 Millionen Tonnen Rohöl. Auch außerhalb Russlands ist das Unternehmen breit aufgestellt und unterhält Standorte in Europa, Zentralasien und im Nahen Osten.
Nach Angaben der New York Times sprach der russische Präsident Wladimir Putin das Geschäft am 5. September bei einem Treffen im Kreml gegenüber den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner an. Putin habe den Verkauf als Signal vorgeschlagen, dass russische Firmen wieder mit den USA ins Geschäft kommen könnten. Die Amerikaner hätten zugesagt, daran zu arbeiten. Sie sahen darin dem Bericht zufolge zugleich einen Weg, die weltweiten Energiepreise zu drücken.
Interessenten aus dem Trump-Umfeld
An der Spitze der möglichen Käufergruppe steht laut Bericht der US-Milliardär und Trump-Spender Todd Boehly. Er ist Miteigentümer des Baseballklubs Los Angeles Dodgers. Beteiligt seien zudem zwei Investoren aus dem Nahen Osten sowie die US-Entwicklungsagentur International Development Finance Corporation, die Auslandsprojekte finanziert. Diese Behörde erklärte laut New York Times, das Vorhaben würde die Ziele der Regierung Trump stützen, die Wirtschaft zu stärken und die Energiepreise zu senken.
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Zu den Geldgebern zählt dem Bericht zufolge ein katarisches Unternehmen der Brüder Moutaz und Ramez Al-Khayyat. Beide sind mit Kushner und dessen Frau Ivanka Trump an einem Hotelprojekt in Albanien beteiligt. Ein weiterer Großinvestor sei ein Fonds aus Abu Dhabi, der von Scheich Tahnoon bin Zayed Al Nahyan kontrolliert wird. Er ist Nationaler Sicherheitsberater der Vereinigten Arabischen Emirate.
Eine mit ihm verbundene Gesellschaft hielt dem Bericht zufolge zuvor Anteile am Krypto-Unternehmen World Liberty Financial, das Witkoff mitgegründet hatte. Eine Sprecherin Witkoffs erklärte laut New York Times, dieser habe weder einen Interessenkonflikt noch eine finanzielle Beteiligung an dem Geschäft.
Putin stellt Rückgabe westlicher Vermögen in Aussicht
Bereits am Donnerstag hatte sich Putin zu westlichen Firmenvermögen in Russland geäußert. Beim jährlichen Waldai-Diskussionsforum, einer kremlnahen außenpolitischen Expertenrunde in Moskau, sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP, in einem „günstigen Szenario“ könnten unter staatliche Verwaltung gestellte Vermögenswerte an westliche Eigentümer zurückgehen.
Russland „nimmt niemandem etwas weg, stiehlt nichts und verstaatlicht nichts“, sagte Putin. Zugleich nannte er das Einfrieren russischer Zentralbankreserven in Europa „völlig inakzeptabel“. Westlichen Staaten warf er vor, Vermögen russischer Konzerne wie Gazprom, Rosneft und Lukoil „entrissen“ zu haben.
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