Diplomatie

Ukraine-Gespräche: Finnlands Präsident und Norwegens Regierungschef telefonieren mit Putin

In Absprache mit der Ukraine telefonierten Finnlands Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre mit Putin. Was ist darüber bekannt?

3 Min
Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin

© Gavriil Grigorov/imago

Der finnische Präsident Alexander Stubb und Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre haben mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin telefoniert. Das teilte das finnische Präsidentenbüro am 27. Oktober mit. Auch Kremlsprecher Dmitri Peskow bestätigte das Telefonat, wie die russische Nachrichtenagentur Interfax berichtete.

Stubb und Støre hatten das Gespräch nach eigenen Angaben selbst initiiert. Es knüpfte demnach an ein Treffen der beiden Politiker am 20. Oktober in Oslo an, heißt es in der Mitteilung. Ziel sei gewesen, Putin direkt Botschaften zu möglichen künftigen Verhandlungen zu übermitteln.

Ziel des Telefonats: Botschaften an Putin übermitteln

„Das Gespräch stand im Zusammenhang mit den bevorstehenden Treffen in Abu Dhabi“, teilte das finnische Präsidentenbüro mit. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte laut Reuters vor einigen Tagen erklärt, dass Verhandler aus den USA, Russland und der Ukraine sich darauf geeinigt hätten, sich in der ersten Novemberhälfte für Gespräche auf technischer Ebene in Abu Dhabi zu treffen.

„Ziel des Telefonats war es, Präsident Putin direkt Botschaften bezüglich künftiger Verhandlungen zur Beendigung des Krieges zu übermitteln“, so das finnische Präsidentenbüro. Stubb und Støre betonten demnach, dass der Krieg enden und die Verhandlungen wieder aufgenommen werden müssten. Zudem verwiesen sie auf ihr Interesse an Stabilität und Sicherheit im Ostseeraum und in der Arktisregion.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r), Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb (l) bei einem Treffen in Oslo.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (r), Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb (l) bei einem Treffen in Oslo.

© Press Service Of The President Of Ukraine

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Stubb: Gespräch war „direkt und gehaltvoll“

„Das Gespräch war direkt und gehaltvoll“, sagte Stubb laut der Mitteilung. Der Ausgang des Krieges werde sich unmittelbar auf die Sicherheit Finnlands, Norwegens und Europas insgesamt auswirken, sagte er. Støre sprach von „enormen menschlichen und materiellen Kosten“ des Krieges. Das Leid und die Zerstörung würden noch Generationen prägen. Beide Politiker hätten deshalb die Bedeutung einer Deeskalation betont.

Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen kritisierte die Entscheidung, mit Putin zu sprechen. „Ich denke, Europa sollte zusammenhalten, anstatt alleine vorzugehen“, sagte Frederiksen laut Reuters gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender DR.

In einem Bericht vom 21. Oktober hatte Politico Stubb als möglichen Kandidaten für eine europäische Vermittlerrolle bei künftigen Friedensgesprächen beschrieben. Europäische Diplomaten diskutierten demnach darüber, wer Europa in direkten Gesprächen mit Putin vertreten könnte. Ein EU-Diplomat sagte dem Bericht zufolge, Stubb könnte möglicherweise bei einem künftigen Friedensgipfel als europäischer Gesandter auftreten.

Als Hintergrund der Diskussionen nannte der Bericht unter anderem seine Beziehungen zu US-Präsident Donald Trump und Finnlands langjährige Erfahrung im Umgang mit Russland. In der Erklärung des finnischen Präsidentenbüros heißt es, Stubb und Støre hätten als Vertreter ihrer jeweiligen Länder mit Putin gesprochen und nicht im Namen Europas als Ganzes.

Das Telefonat sei in Absprache mit der Ukraine erfolgt. Ein Berater von Selenskyj teilte nach Angaben von Reuters Reportern in einem WhatsApp-Chat mit, dass der ukrainische Präsident anschließend mit Stubb und Støre gesprochen habe.

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