Die Berliner sind mehrheitlich keine Anhänger eines Beitritts der Türkei zur Europäischen Union. Insgesamt 56 Prozent der Berliner sprechen sich gegen eine Vollmitgliedschaft der Türkei aus, ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Berliner Zeitung. In der Zeit vom 10. bis 13. Oktober wurden 1 002 Berlinerinnen und Berliner befragt.32 Prozent der Hauptstädter halten eine so genannte privilegierte Partnerschaft für die ausreichende Lösung. Weitere 24 Prozent der Befragten meinen, die Beziehungen sollten gar nicht ausgebaut werden. Und nur 39 Prozent sind dafür, die Türkei voll in die Europäische Union aufzunehmen. In dieser Einschätzung sind sich die Menschen im West- und Ostteil Berlins weitgehend einig. In Ost-Berlin fällt die Zustimmung zur Aufnahme der Türkei mit 42 Prozent etwas höher aus als im Westteil (37 Prozent).Besonders auffällig sind die Unterschiede zwischen den Anhängern der verschiedenen Parteien. So sind 60 Prozent der Grünen-Wähler und 52 Prozent der SPD-Anhänger für eine Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU. Die Sympathisanten der Linkspartei.PDS sind dagegen nur zu 38 Prozent dafür, die der FDP zu 35 Prozent. Und auf klare Ablehnung stößt die Aufnahme bei der CDU: Nur 18 Prozent sprechen sich dafür aus. Die Mehrheit der CDU-Anhänger (53 Prozent) votiert für eine privilegierte Partnerschaft, so wie es auch die künftige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) befürwortet.Mehr Engagement im Bund?Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) hat sich in den letzten Wochen häufig in die Bundespolitik eingemischt - und beispielsweise eine Koalition von SPD und Linkspartei in der Zeit nach 2009 nicht ausgeschlossen. Auch wurde Wowereit als möglicher neuer stellvertretender SPD-Vorsitzender ins Gespräch gebracht. Geht es nach den Berlinern, so ist ein stärkeres Engagement von Wowereit in der Bundes-SPD nicht erwünscht. Fast zwei Drittel der Befragten (61 Prozent) sind der Ansicht, Wowereit solle sich aus der Bundes-SPD heraushalten und dort auch keine Ämter übernehmen. Nur 29 Prozent wünschen sich, dass sich Wowereit aktiver in die Bundespartei einmischt. Aber auch die Anhänger der SPD sind skeptisch: 38 Prozent sind der Meinung, Wowereit müsse sich in der Bundespartei mehr engagieren, 56 Prozent lehnen das ab.Fragt man die Berliner, ob der Regierende Bürgermeister gar in die Bundespolitik wechseln sollte und beispielsweise ein Ministeramt übernehmen sollte, so fällt die Antwort noch eindeutiger aus. Nur elf Prozent wünschen sich das, 73 Prozent sagen dagegen, Wowereit solle Regierender Bürgermeister in Berlin bleiben. Dies meinen vor allem die Anhänger der SPD (84 Prozent) und der Grünen (83 Prozent).------------------------------Das MeinungsbildGrafik: (3) Der Regierende Bürgermeister soll nach Ansicht der meisten Berliner keine stärkere Rolle in der Bundes-SPD spielen. Dieser Meinung sind auch die SPD-Anhänger: 56 Prozent sagen, Wowereit solle sich dort nicht engagieren.Einen Beitritt der Türkei zur Europäischen Union (EU) lehnen insgesamt 56 Prozent der Berliner ab. Nur 39 Prozent sind der Meinung, die Türkei solle volles Mitglied der EU werden, wenn alle Kriterien erfüllt sind.Positive Auswirkungen auf die Wirtschaft in Berlin nach einer Aufnahme der Türkei in die Europäische Union erwarten nur 23 Prozent der Berliner. Vor allem die Anhänger der CDU und der FDP äußern sich skeptisch.
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