Energiekrise

Umfrage: Mehrheit der Thüringer befürwortet neue russische Öl- und Gasimporte

Eine klare Mehrheit der Thüringer will wieder russisches Öl und Gas. Auch bei Heizungen bleibt Gas die erste Wahl, zeigt eine Insa-Umfrage.

OAZ
3 Min
Die Mehrheit der Thüringer ist weiterhin dafür, Öl und Gas aus Russland zu beziehen. (Symbolbild: Gaszähler bei einer privaten Gasheizung)

Die Mehrheit der Thüringer ist weiterhin dafür, Öl und Gas aus Russland zu beziehen. (Symbolbild: Gaszähler bei einer privaten Gasheizung)

© Wolfgang Maria Weber/IMAGO

Eine deutliche Mehrheit der Thüringer spricht sich für eine Wiederaufnahme russischer Öl- und Gaslieferungen nach Deutschland aus. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Insa hervor, die im Auftrag der Funke Medien Thüringen durchgeführt wurde. Demnach bewerten 61 Prozent der Befragten einen solchen Schritt positiv – 34 Prozent fänden ihn „sehr gut“, weitere 27 Prozent „eher gut“. Lediglich knapp ein Viertel (24 Prozent) lehnt russische Energieimporte ab.

Die Ergebnisse fallen je nach politischer Zugehörigkeit der Befragten sehr unterschiedlich aus. Besonders groß ist die Zustimmung unter Anhängern des BSW mit 91 Prozent, gefolgt von AfD-Wählern mit 83 Prozent und CDU-Wählern mit 56 Prozent. Deutlich zurückhaltender zeigen sich dagegen Wähler der Linken (41 Prozent), der SPD (26 Prozent) und der Grünen, bei denen nur acht Prozent russische Importe begrüßen würden. Die Umfrage zeigt zudem, dass die gestiegenen Spritpreise – eine Folge des Iran-Krieges – das Fahrverhalten der Thüringer nur begrenzt beeinflussen. Nur ein Drittel der Befragten (34 Prozent) gibt an, das eigene Auto seltener zu nutzen. Eine relative Mehrheit von 41 Prozent schränkt sich trotz hoher Kosten nicht ein. Ein Fünftel der Befragten fährt grundsätzlich kein Auto.

Beim Thema Heizung dominiert in Thüringen weiterhin Gas. 44 Prozent der befragten Wohneigentümer heizen derzeit damit, weit vor Öl (15 Prozent), Pellets oder Holz (13 Prozent) und Fernwärme (12 Prozent). Wärmepumpen kommen bislang nur auf einen Anteil von neun Prozent, Elektroheizungen auf vier Prozent und Solarthermie auf zwei Prozent.

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Gasheizung weiterhin Favourit

Auch bei der Frage nach der bevorzugten künftigen Heizform liegt die Gasheizung mit 24 Prozent vorn. Die Wärmepumpe folgt mit 20 Prozent auf dem zweiten Platz, Fernwärme sowie Pellet- und Holzheizungen teilen sich mit jeweils elf Prozent den dritten Rang. Solarthermie wünschen sich lediglich neun Prozent der Eigentümer.

Die Präferenzen unterscheiden sich dabei erheblich nach Parteizugehörigkeit: SPD-Wähler bevorzugen mit 64 Prozent klar die Gasheizung, auch bei CDU- (31 Prozent) und AfD-Wählern (23 Prozent) liegt sie vorn. Grünen-Anhänger hingegen setzen mit 65 Prozent auf Pellet- oder Holzheizungen, während sich Linke-Wähler mehrheitlich (45 Prozent) eine Wärmepumpe wünschen.

Für die repräsentative Erhebung befragte das Institut Insa zwischen dem 27. März und dem 7. April insgesamt 1.000 Thüringer über 18 Jahre online.

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