Die japanische Regierung will nach Informationen der Wirtschaftszeitung Nikkei Staaten in der Golfregion beim Bau von Ölpipelines unterstützen, die alternative Transportwege zur Straße von Hormus schaffen. Saudi-Arabien und andere Länder planen demnach entsprechende Projekte. Zudem will Japan seine Rohölquellen diversifizieren.
Nach Angaben von Nikkei ist auch ein neues Förderprogramm vorgesehen. Der Staat soll dabei die höheren Transportkosten übernehmen, die japanischen Ölraffinerien und anderen Unternehmen beim Bezug von Rohöl über alternative Routen entstehen. Außerdem soll ein staatlicher Versicherungsmechanismus geschaffen werden.
Bereits Ende Juli hatte Bloomberg berichtet, dass Tokio erwäge, seine finanzielle Unterstützung für japanische Unternehmen bei Auslandsinvestitionen in Pipelineprojekte auszuweiten.
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Japan: Starke Abhängigkeit von Rohölimporten aus dem Nahen Osten
Die Regierung plant laut Nikkei, die dafür erforderlichen Gesetze in der außerordentlichen Sitzungsperiode des japanischen Parlaments im Herbst einzubringen. Wegen der Unterbrechungen der Lieferwege hatte Japan laut AFP bereits auf seine Ölreserven zurückgegriffen und zusätzliche Lieferungen aus anderen Ländern, insbesondere den USA, bezogen.
Japan ist stark von Rohölimporten aus dem Nahen Osten abhängig. Nach Reuters-Angaben stammten 2025 rund 94 Prozent der japanischen Rohölimporte aus der Region; etwa 93 Prozent der Einfuhren wurden demnach durch die Straße von Hormus transportiert.
Solar- und Kernenergie im Fokus
Zu weiteren geplanten Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung gehören ein Ausbau der Solarenergie sowie eine möglichst umfassende Nutzung der Atomenergie, berichtete der japanische Fernsehsender NHK laut AFP. Außerdem sei eine zusätzliche Ölreserve zur Herstellung des für zahlreiche Industriezweige wichtigen Vorprodukts Naphtha geplant.
Die Nachrichtenagentur verweist auf Berichte vom Juni, wonach Japan insgesamt 14 ältere Atomreaktoren ersetzen will. Nach dem Reaktorunglück von Fukushima im Jahr 2011 hatte das Land seine Kernkraftwerke zunächst abgeschaltet und stärker auf fossile Energieträger gesetzt. (mit AFP)
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