Welthandel

Straße von Hormus: Iran und Oman beraten über vorläufigen Schifffahrtskorridor

Beide Golfstaaten wollen die für den Welthandel wichtige Meerenge stufenweise wieder öffnen. Ein gemeinsames Minenräumprojekt haben sie bereits vereinbart.

Peter Steiniger
Peter Steiniger
3 Min
Omans Außenminister Badr al-Busaidi (l.) und der iranische Außenminister Abbas Araghchi geben eine gemeinsame Pressekonferenz in Teheran.

Omans Außenminister Badr al-Busaidi (l.) und der iranische Außenminister Abbas Araghchi geben eine gemeinsame Pressekonferenz in Teheran.

© Iranian Foreign Ministry/dpa

Iran und Oman haben über einen vorläufigen gemeinsamen Schifffahrtskorridor durch die Straße von Hormus beraten. Zusätzlich vereinbarten beide Staaten ein gemeinsames Projekt zur Minenräumung in der Meerenge, wie das omanische Außenministerium in einer am Dienstagabend Ortszeit veröffentlichten gemeinsamen Erklärung mit der iranischen Seite mitteilte.

An den Rohstoffmärkten gaben die Ölpreise daraufhin am Mittwoch weiter nach: Nach Angaben von Reuters fiel die Sorte Brent bis in die frühen Morgenstunden um rund zwei Prozent auf 86,80 Dollar je Barrel.

Getroffen hatten sich in Teheran der omanische Außenminister Sayyid Badr al-Busaidi und sein iranischer Amtskollege Abbas Araghchi. Nach Angaben des Ministeriums sollen technische Verhandlungen fortgesetzt werden, um einen dauerhaften Korridor, die künftige Verwaltung der Meerenge sowie Mechanismen für Informationsaustausch, Verkehrssteuerung und maritime Sicherheitsdienste zu klären.

Beide Seiten betonten, es sei wichtig, auch die übrigen Anrainerstaaten am Golf einzubeziehen. Auf der Plattform X erklärte Albusaidi, er sei zuversichtlich, dass ein solcher vorläufiger Korridor und praktische Vereinbarungen zur Wiederherstellung sicherer Schifffahrt bald bekanntgegeben werden könnten.

Anleger setzen auf mehr Tankerverkehr

An den Rohstoffmärkten setzten Händler vor allem auf die Aussicht, dass mehr Tanker die Meerenge wieder passieren könnten. Durch die Wasserstraße wurde vor Kriegsbeginn im Februar mit den Angriffen der USA und Israels auf den Iran etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen transportiert.

Seit Beginn der Kämpfe ist der Schiffsverkehr weitgehend zum Erliegen gekommen: Am Montag passierten nach Angaben der in den Vereinigten Arabischen Emiraten erscheinenden Zeitung The National nur zwei Tanker die Meerenge.

Am Dienstag war nach Angaben der britischen Handelsschifffahrtsbehörde UKMTO ein Tanker 17 Kilometer nordöstlich der omanischen Küste bei Asch-Schischa von einem nicht identifizierten Geschoss getroffen worden und dadurch manövrierunfähig.

Trump meldet minenfreie Meerenge

US-Präsident Donald Trump erklärte auf seiner Plattform Truth Social, die US-Marine habe ihm mitgeteilt, dass alle Minen in den internationalen Gewässern der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Jedes Schiff, das neue Minen lege, werde umgehend zerstört. Iran sei entsprechend informiert worden, es gelte eine „Null-Toleranz-Politik gegenüber dem Legen von Minen“. Ähnlich hatte er sich bereits am 18. August geäußert.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen

In Trumps Ankündigung und der kurz darauf veröffentlichten Erklärung Omans und Irans zur gemeinsamen Minenräumung sieht das auf den Nahen Osten spezialisierte Nachrichtenportal Portal Al-Monitor einen gewissen Widerspruch. Demnach hatte die US-Marine bereits im April mit Minensuchoperationen im Bereich der Meerenge begonnen.

Teheran knüpft Öffnung an Bedingungen

Iran hat nach Darstellung der britischen Financial Times mehrfach betont, dass ein Abkommen mit Oman nicht automatisch die volle Freigabe der Meerenge bedeute. Teheran verlangt zunächst die Aufhebung der US-Seeblockade iranischer Häfen und die Wiederherstellung einer Ausnahmeregelung für iranische Ölexporte.

Parallel zu den Gesprächen in Teheran hielt sich nach übereinstimmenden Berichten auch der pakistanische Verteidigungschef Asim Munir zu Vermittlungsgesprächen in der iranischen Hauptstadt auf.

Pakistan gilt in Konflikten um den Iran als wichtiger Vermittler: Das Land pflegt enge Beziehungen zum US-Verbündeten Saudi-Arabien und unterhält zugleich direkte Kontakte zu Teheran. Hinzu kommen die gemeinsame Grenze mit dem Iran und ein hoher schiitischer Bevölkerungsanteil im eigenen Land.

Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner