Auf Antrag der Ukraine kommt der UN-Sicherheitsrat am Montag zu einer Dringlichkeitssitzung über die jüngsten russischen Großangriffe zusammen. Das teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit. Die jüngste Welle russischer Attacken sei eine weitere Erinnerung daran, dass Moskau weiter auf Eskalation statt auf Frieden setze, erklärte Sybiha. Anhaltender internationaler Druck auf Russland bleibe nötig, um die Achtung der UN-Charta wiederherzustellen.
Schwere Schäden in Kiew und Dnipro
Hintergrund des Antrags ist nach Angaben des unabhängigen Informationsdienstes Security Council Report, der die Arbeit des UN-Sicherheitsrats beobachtet, ein nächtlicher Großangriff vom 1. auf den 2. Juni auf mehrere ukrainische Städte. In einem Schreiben Kiews an den Sicherheitsrat heißt es, Hauptziel sei die Hauptstadt Kiew gewesen, wo mindestens sechs Menschen getötet und rund 80 verletzt worden seien. In Dnipro habe es mindestens 16 Tote gegeben, darunter Kinder und ein Rettungskraft-Mitarbeiter. Die UN-Beobachtungsmission für Menschenrechte in der Ukraine zählte landesweit mindestens 22 getötete und 145 verletzte Zivilisten.
Moskau spricht von Vergeltung
Das russische Verteidigungsministerium stellte die Angriffe in einer von der Agentur Tass verbreiteten Wochenbilanz anders dar. Demnach führten die Streitkräfte zwischen dem 30. Mai und 5. Juni einen massiven und sechs kombinierte Angriffe mit Präzisionswaffen und Drohnen gegen Rüstungsbetriebe, Energie-, Transport- und Hafenanlagen sowie Militärflugplätze in der Ukraine. Die Angriffe seien eine Reaktion auf ukrainische Attacken auf zivile Ziele in Russland.
Bei der Sitzung am Montag werden laut Security Council Report ein Vertreter der UN-Abteilung für politische Angelegenheiten sowie der amtierende Beigeordnete Generalsekretär für humanitäre Angelegenheiten, Indrika Ratwatte, berichten. Es ist die fünfte Sitzung des Gremiums zur Ukraine binnen drei Wochen.
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