Und erhält dort gute Posten

Politiker-Paar läuft von der CDU zur SPD über

Martin Klesmann
2 Min

SEELOW. Dies ist eine Geschichte aus der brandenburgischen Kommunalpolitik. Sie zeigt, dass es in der Politik mitunter gar nicht um Parteibindungen und programmatische Überzeugungen geht, sondern vielmehr um einflussreiche Posten, die den politischen Akteuren die persönliche Zukunft sichern sollen: 14 Jahre lang waren Frank Ehling und seine Frau Heike Ehling aktive CDU-Mitglieder. Der 42-jährige Amtsdirektor war noch im Oktober als CDU-Bürgermeisterkandidat in Eberswalde, seine 41-jährige Frau ist Kreistagsabgeordnete und ehrenamtliche Bürgermeisterin im Oderbruch. Doch in dieser Woche erklärten beide überraschend ihren Austritt aus der CDU, Heike Ehling saß bereits am Mittwochabend in den Reihen der SPD-Kreistagsfraktion, ihrer neuen Partei. Ganz geschwind wurde sie von ihren neuen SPD-Parteifreunden zur Vorsitzenden des Haushalts- und Finanzausschusses gewählt. Das ist einer der einflussreichsten Posten, die im Kreistag von Seelow (Märkisch-Oderland) zu vergeben sind. Einen guten Posten beschafften die oderländischen Sozialdemokraten Ehemann Frank Ehling. Auf SPD-Vorschlag wurde er in den Verwaltungsrat der Kreissparkasse Märkisch-Oderland gewählt, einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse. Ehling sagte am Freitag: "Ich war schon lange mit dem Konfrontationskurs des CDU-Kreisfraktionschefs Dierk Homeyer unzufrieden. Deshalb der Austritt." Das hat er aber bisher nie gesagt, entgegnete Homeyer, der auch CDU-Fraktionsgeschäftsführer im Potsdamer Landtag ist. Pikant: Auch der Seelower SPD-Kreisfraktionschef Gernot Schmidt ist im Landtag als Geschäftsführer die rechte Hand des dortigen SPD-Fraktionschefs Gunter Fritsch, selbst aus Märkisch-Oderland. Unruhe hatte bereits eine sich anbahnende rot-rote Kooperation im Kreistag von Seelow ausgelöst. Da in keinem anderen Kreistag so viele maßgebliche Landespolitiker mitmischen, fürchtet man in der CDU, dass ein Zusammengehen von SPD und PDS auch nach den Landtagswahlen möglich ist. Ähnliche Befürchtungen scheint inzwischen selbst die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel zu haben. In einem Interview mit "Super Illu" fordert sie von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) eine eindeutige Koalitionsaussage vor den Landtagswahlen 2004.

Open Source

Open Source

Sie haben etwas zu sagen? Senden Sie uns Ihren Text! 

Einreichen
Open Door

Open Door

Sie möchten ein Thema vorschlagen? Senden Sie uns Ihren Vorschlag!

Vorschlagen
Send feedback

Ihre Meinung ist uns wichtig. Senden Sie uns Ihr Feedback zu diesem Artikel an: [email protected]

Lesen Sie mehr zum Thema
weltbune Banner