Es sollte ein Nachmittag der Wiedergutmachung werden, fünf Tage nach dem 0:5 im DFB-Pokal. Lange sieht es danach aus: Janik Haberer trifft früh (10.), der 1. FC Union Berlin verteidigt die Führung mit einer Fünferkette und großem Ernst. Dann schreibt der 1. FC Köln eine Familiengeschichte. Debütant Malek El Mala trifft nach Hereingabe seines jüngeren Bruders Said zum Ausgleich (79.). Am Ende steht ein 1:1 (1:0).
Der Punkt hebt Union auf den Relegationsplatz, doch in Köpenick fühlt er sich eher wie ein Verlust an. Je länger das Spiel dauert, desto tiefer weicht die Mannschaft zurück. Trainer Mauro Lustrinelli sucht die Erklärung dafür nicht nur in den Beinen, sondern auch im Kopf. Die Stimmen zum Spiel.
Marvin Friedrich (1. FC Union Berlin)
Ja, wir sind schon enttäuscht. Gerade zu Hause wollten wir unbedingt die drei Punkte holen. Nichtsdestotrotz haben wir eine Reaktion auf das Spiel am Dienstag gezeigt. Wir haben nach dem 1:0 unser Bollwerk aufgebaut, auch in der zweiten Halbzeit. Dann bekommen wir nach einem Standard das 1:1.
Janik Haberer (1. FC Union Berlin)
Man hat gesehen, dass wir ein bisschen etwas umgestellt haben. Ich finde, wir hatten Köln ganz gut im Griff, gerade auf den Außenbahnen, wo sie unter der Woche brutal gefährlich waren. So sind wir auch selbst ins Spiel gekommen und hatten zwei, drei Möglichkeiten. Ich glaube, Burcu kann in der ersten Halbzeit sogar noch das 2:0 machen. Insgesamt war das eine sehr gute erste Halbzeit und eine nicht so gute zweite Halbzeit.
Mauro Lustrinelli (Trainer 1. FC Union Berlin, auf der Pressekonferenz)
Die Mentalität hat gestimmt. Die Entlastung hat gefehlt. Erstens standen wir mit dem Block zu tief, das war so nicht geplant. Einige Spieler waren körperlich am Limit, deshalb musste ich auch wechseln. Die Spieler sind Menschen und keine Maschinen. Vielleicht spielt auch der Kopf eine Rolle. Möglicherweise hatten wir unbewusst das Gefühl, etwas verlieren zu können.
René Wagner (Trainer 1. FC Köln, auf der Pressekonferenz)
Ich glaube, wir haben ein leidenschaftliches Fußballspiel gesehen. Union hat heute mit einer Fünferkette verteidigt. Das war nach dem 0:5 unter der Woche durchaus nachvollziehbar. Am Ende ist es wahrscheinlich ein gerechtes Unentschieden. Trotzdem fühlt es sich so an, als wäre für uns nach der zweiten Halbzeit vielleicht noch etwas mehr drin gewesen. Wenn der Gegner mit vielen Spielern den eigenen Strafraum verteidigt, brauchst du einen echten Neuner.
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